ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1996Arzneimittel: Konkrete Segelanweisung ausgeben

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arzneimittel: Konkrete Segelanweisung ausgeben

Rösner, Peter-Paul

Zu dem Beitrag "Rationierte Arzneimittelversorgung?" von Dr. med. Peter Schwoerer in Heft 43/1996
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LNSLNS Wenn ich als Frauenarzt mein Verordnungssortiment beurteile, finde ich praktisch kaum ein Mittel für eine "zwingend notwendige Indikation": weder die Pille für die 16jährige noch die Vaginalcreme für den gemeinen Infekt. Viele Medikamente kann man meist auch – in anderem Handelsvolumen – ohne Rezept kaufen. Da empfehle ich auch gern die Selbstbehandlung.
Es wird schwer sein zu rationieren, wenn der Maßstab für die Verordnung eines Medikaments aber die "Linderung der Beschwerden" ist. Solange die KBV nicht eine konkrete Segelanweisung ausgibt, führt jeder Appell eher zu irrationalem Handeln in der Ärzteschaft.
Diese eindringliche Empfehlung könnte zum Beispiel lauten: "Keine Verschreibung von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten." Das Konkrete könnte auch dazu führen, diejenigen zu erkennen und weiterzubelasten, die mit solchen Verordnungen das Gesamtbudget zu Lasten aller überfordern.
Ich habe keine Lust, für "umstrittene" Arzneimittel zu zahlen. Daher sollte die KBV solche Medikamente benennen und die verordnenden Ärzte in Regreß nehmen. Solange das nicht expressis verbis geschieht (weil es vielleicht in unserem Rechtssystem nicht geschehen darf), so lange wirken berechtigte Empörungen lächerlich – leider.
Dr. med. Peter-Paul Rösner, Am Vogelherd 32 a, 45239 Essen
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