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Schnell-Hyposensibilisierung: Vier präsaisonale Injektionen schützen

Dtsch Arztebl 2004; 101(19): A-1352

Blaeser-Kiel, Gabriele

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Die einzig kausale Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit Atemwegsallergien – wenn man Karenz als eher präventive Maßnahme nicht berücksichtigt – ist die Hyposensibilisierung/spezifische Immuntherapie (SIT). Diese Chance sollte nach Meinung von Dr. Hartwig Lauter (Schmallenberg) möglichst frühzeitig genutzt werden, um den Patienten die jährlich wiederkehrende Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Heuschnupfensymptome zu ersparen und sie langfristig vor der Entwicklung eines Asthma bronchiale, dem so genannten Etagenwechsel, zu schützen.
Allerdings schrecken viele Patienten vor dem Gedanken an jährlich 15 bis 20 subkutane Injektionen über eine Periode von mindestens drei Jahren zurück. Auch für Arzt und Helferinnen stelle die konventionelle SIT eine erhebliche zeitliche und organisatorische Belastung dar, weiß Dr. Gabriela Fiedler (Weißenfels) aus langjähriger Erfahrung. Deshalb habe sie es als große Erleicherung für das Praxismanagement empfunden, als 1999 Pollinex Quattro eingeführt und damit eine Schnell-Hyposensibilisierung möglich geworden sei.
Schnell bedeutet: Nur vier Spritzen innerhalb von drei Wochen vor oder nach der jeweiligen Pollenexposition. Bereits nach dem ersten
Zyklus kommt es in mehr als 80 Prozent der Fälle zu einer deutlichen Reduktion der typischen Symptomatik, wie die Ergebnisse einer Praxisstudie mit mehr als 3 000 Teilnehmern erkennen lassen. Nach der zweiten und dritten „Allergie-Impfung“ steigt die Zahl der Responder auf mehr als 90 Prozent.
Bei Pollinex Quattro handele es sich um eine Kombination von chemisch modifizierten Allergenextrakten und dem immunogen wirksamen Adjuvans MPL® (Monophosphoryl Lipid-A), nannte Dr. Karl Jürgen Drachenberg (Firma Bencard) die Merkmale dieses innovativen Prinzips. In mehreren Studien wurden die klinische (Symptomhäufigkeit/-schwere) und immunologische (Hautreaktivität und Veränderungen des spezifischen IgG/IgE) Wirksamkeit bei Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen mit Pollenallergie untersucht.
Dabei zeigte sich bei allen Parametern eine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo. Die Verträglichkeit erwies sich in allen Altergruppen als gut. Lokalreaktionen an der Injektionstelle waren nach Art und Häufigkeit mit der konventionellen Langzeit-SIT vergleichbar. Schwere Nebenwirkungen oder Schockreaktionen wurden nicht berichtet. Gabriele Blaeser-Kiel

Pressekonferenz „Problem Allergie: Ist die Hyposensibilisierung ein zeitgemäßes Therapiekonzept?“ in Hamburg, Veranstalter: Bencard Allergie GmbH
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