ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1996Erstmals Trendwende der Krebsmortalität in USA

POLITIK: Medizinreport

Erstmals Trendwende der Krebsmortalität in USA

Koch, Klaus

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LNSLNS Zum ersten Mal weist in den USA die Kurve der Krebsmortalität nach unten. Nach Jahrzehnten des kontinuierlichen Anstiegs sank nach einer im Journal "Cancer" publizierten Studie die altersstandardisierte Sterblichkeit zwischen 1990 und 1995 konstant um insgesamt 3,1 Prozent.
Philip Cole, Epidemiologe der Universität von Alabama und Leiter der Studie, geht davon aus, daß dieser umgekehrte Trend noch weitere zwei Jahrzehnte anhält. "1990 lag die jährliche Krebssterblichkeit bei 135 von 100 000 Personen, 1995 war die Rate auf unter 131 gefallen", sagt Cole. "Der Abfall beschleunigt sich und setzt sich jetzt mit einer Rate von zwei Prozent pro Jahr fort."
Kommentatoren sehen als Ursache hinter der Trendumkehr ein Bündel von Faktoren. Einer der wichtigsten sei die verbesserte Prävention, insbesondere der Rückgang des Zigarettenrauchens in den letzten Jahrzehnten in den USA – Lungenkrebs gehört mit einem Rückgang um 3,9 Prozent zu den am deutlichsten sinkenden Krebsarten. Bei Brustkrebs schlagen sich Früherkennung und verbesserte Therapien in höheren Überlebenschancen nieder. Die Sterberate sank zwischen 1991 und 1995 um 6,3 Prozent.
Allerdings folgen nicht alle Krebsarten dem Trend. Non-Hodgkin-Lymphome, Pankreaskarzinome, Multiple Myelome und chronische Leukämien gehören zu den häufiger werdenden Varianten. Zudem beruht der Vergleich auf "altersstandardisierten" Zahlen, deren Grundlage die Altersstruktur der amerikanischen Bevölkerung in den 40er Jahren ist. Da mit steigendem Durchschnittsalter die Bevölkerungsgruppe wächst, in der das Krebsrisiko am stärksten ansteigt, ist nach Expertenmeinung in absoluten Zahlen weiterhin mit einer Zunahme der Krebstodesfälle zu rechnen. Klaus Koch

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