ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2004Online-Gesundheitsfürsorge: E-Health-Aktionsplan

POLITIK

Online-Gesundheitsfürsorge: E-Health-Aktionsplan

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Mit einer Reihe von Initiativen will die Europäische Union die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten im Gesundheitswesen fördern. Ein wichtiger Bereich ist die Gesundheitstelematik.

Mindestens vier von fünf Ärzten in Europa haben inzwischen einen Internet-Anschluss, und jeder vierte Europäer nutzt das Internet für die Suche nach Gesundheitsinformationen. Zurzeit liegt der Jahresumsatz in der Branche „Gesundheitstelematik“ bei elf Milliarden Euro. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2010 bis zu fünf Prozent aller Ausgaben im Gesundheitswesen in Systeme und Dienste der Online-Gesundheitsfürsorge fließen. Auch vor diesem Hintergrund widmet die Europäische Kommission dem Thema „E-Health“ verstärkt ihre Aufmerksamkeit. Im Rahmen ihrer übergeordneten Strategie im Gesundheitsbereich ist Gesundheitstelematik das dritte Element neben den Themen „Patientenmobilität“ und „nationale Reformen der Gesundheitsversorgungssysteme“. So hat die Kommission Anfang Mai 2004 einen „Aktionsplan Online-Gesundheitsfürsorge“ veröffentlicht. Dieser wurde auf der EU-Ministerkonferenz, die am 5./6. Mai unter irischer Ratspräsidentschaft in Cork stattfand, mit Gesundheitspolitikern und Experten diskutiert und eingeleitet.
Baustein zur Lösung vieler Probleme
Der Aktionsplan beschäftigt sich mit der Frage, wie Qualität, Verfügbarkeit und Effizienz der Gesundheitsversorgung in Europa durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien verbessert werden können. Im Vordergrund stehen dabei computergestützte Verschreibungen, Patientenkennungen, elektronische Patientenakten, Gesundheitskarten und der Ausbau breitbandiger Internet-Zugänge. Vom Einsatz der neuen Technologien in der Gesundheitsversorgung werden nach Ansicht von David Byrne, dem zuständigen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, vor allem die Patienten profitieren: „Mit der Annahme des Aktionsplans ist ein weiterer Baustein zur Lösung der zahlreichen Probleme gesetzt, denen die Gesundheitsdienste in der EU gegenüberstehen.“ Hierzu gehören beispielsweise die demographische Alterung der Bevölkerung in Europa und die zunehmende Mobilität von Patienten und medizinischen Fachkräften.
Ziel des Aktionsplans ist es, einen „europäischen Raum der Online-Gesundheitsfürsorge“ zu schaffen. Diese werde bis Ende des Jahrzehnts zum Standard für Ärzte, Patienten und Bürger gehören, heißt es in einer Mitteilung zum Aktionsplan, der folgende Maßnahmen vorsieht:
- Bis 2005 sollen die Mitgliedstaaten Strategien für die Online-Gesundheitsfürsorge entwickeln. Geplant ist außerdem ein öffentliches Gesundheitsportal der Europäischen Union, das als zentrale Plattform für Gesundheitsinformationen dienen soll.
- Bis 2006 sollen gemeinsame Konzepte entwickelt werden, die Verfahren zur Patientenidentifizierung sowie interoperable Standards für die Kommunikation von Gesundheitsdaten und elektronischen Patientenakten umfassen.
- Bis 2008 sollen Gesundheitsinformationsnetze, die Dienste über feste und mobile Breitbandnetze sowie unter Nutzung von Grid(Netz)-Technologien bereitstellen, allgemein verfügbar sein.
In Cork wurden außerdem vorbildliche Verfahren und praktische Beispiele für die Online-Gesundheitsfürsorge vorgestellt und die „eHealth Awards 2004“ für die besten Projekte in diesem Bereich vergeben (siehe www.ehealthconference2004.ie). Heike Krüger-Brand


„Aktionsplan Online-Gesundheitsfürsorge“ im Internet: www.aerzteblatt.de/plus2404
Weitere Informationen: http://europa.eu.int/information
_society/qualif/health/index_en.htm
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