ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1996Ski- und andere Freuden in Whistler/Kanada: Der Siebte Himmel

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Ski- und andere Freuden in Whistler/Kanada: Der Siebte Himmel

Buschmeyer, Ralf

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LNSLNS "How do you feel today?" Diese Frage wird hier überall gestellt: im Supermarkt, beim Bäcker, im Restaurant und natürlich auch im Ski-Kurs. Die Antwort, die hierauf erwartet wird, sollte schlicht "Great!" lauten. Aber gäbe es denn einen Grund, sich nicht "großartig" zu fühlen?
Bei strahlendem Sonnenschein hoch über den Bergen, auf dem Blackcomb- und Horstman-Gletscher ist man näher am Himmel. Und so ist es selbstverständlich, daß ein Skigebiet hier "Seventh Heaven" (Siebter Himmel) heißt. Doch Vorsicht! Es gibt auch höllisch steile Abfahrten wie das "Blow Hole" oder die "Last Chance". Diese Ski-Abfahrten eignen sich nur für Profis. Und wer hier gut hinunterkommt, könnte auch bei einem SkiVideo fürs Sportfernsehen eine gute Figur machen. Aber es gibt hier für jede Leistungsstufe und jeden Geschmack lange und abwechslungsreiche Abfahrten. Oberhalb der Baumgrenze ist die Aussicht atemberaubend schön. Tiefer verlaufen die Pisten als breite Schneisen durch den Wald. Der Wintersportler braucht sich dabei nicht vor Bären zu fürchten, denn die halten ja jetzt ihren Winterschlaf.
Whistler liegt etwa 120 km nördlich von Vancouver in der kanadischen Provinz British Columbia. Der Transfer vom Flughafen – zum Beispiel mit dem Mietwagen – dauert etwa zwei bis drei Stunden. Man fährt zunächst durch die Innenstadt von Vancouver, dann auf dem Highway 99 eine längere Strecke am HoweSound, einem malerischen fjordartigen Meeresarm, entlang. Am Ziel kann man seinen Pkw in einer riesigen Tiefgarage abstellen und mit dem Lift zu seinem Apartment oder Hotel fahren. Das Auto wird dann nicht mehr benötigt, denn Whistler ist der Ski-Ort mit den kurzen Fußwegen. Die Hotels, Geschäfte, Restaurants und Apartmenthäuser gruppieren sich um eine sehr gepflegte Fußgängerzone. Am Ende dieser Einkaufsstraße befinden sich – vergleichbar mit einem Bahnhof – die Talstationen der beiden Seilbahnen.


Siedlung aus der Retorte
Die ersten Häuser wurden in den siebziger Jahren gebaut. Whistler Village ist zwar eine Retortensiedlung für den Skitourismus. Aber mit seiner anmutigen Fuß-gängerzone, urtümlich wirkenden Gaststätten (zum Beispiel das "Rimrock-Café", "Kegs" oder das "Hardrock-Café") und seinen – bis auf eine Ausnahme – nicht mehr als viergeschossigen, im amerikanischen Landhausstil errichteten Häusern vermittelt es einen Hauch WildwestAtmosphäre. Wenn man Glück hat, begegnet man in einem der Souvenir-Geschäfte sogar einem waschechten Indianer. Das schätzen natürlich auch die Ski-Fans aus Fernost, die nur mal eben über den Pazifik jetten müssen und damit ein Skiparadies "fast" vor ihrer Haustür haben. Schätzungsweise die Hälfte der Feriengäste kommt aus Japan. Geringer ist aber der Anteil der Hongkong-Chinesen und der Koreaner.
Zwei Berge, der Whistler-Mountain (2 182 m) und der Black-comb-Mountain (2 284 m), werden seit knapp 20 Jahren touristisch für die Ski-Fahrer erschlossen. Die Ski-Abfahrten sind vorbildlich gepflegt und markiert. Die Lift- und Pistenkarte ähnelt einem Netzplan der Londoner U-Bahn. Am Fuße des Blackcomb-Mountain steigt man zum Beispiel zunächst in eine Seilbahn mit Namen "Excalibur" und muß dann umsteigen: entweder in den "Glacier Express" oder in den "Jersey-Cream Express". Natürlich gibt es auch einen "Seventh Heaven Express".
Daß auch die Snowboarder hier auf ihre Kosten kommen, ist selbstverständlich. Neben einem "Kokanee Snowboard-Park" bieten eine Halfpipe und eine Quarterpipe Gelegenheit zur Akrobatik. Auch als Nichtsnowboarder ist man von den Flugeinlagen der leichtfüßigen Kids auf den Brettern sehr fasziniert. Und das Après-Ski? Natürlich gibt es auch hierzu alle Möglichkeiten. Jedoch – wenn man abends ausgehen möchte, sollte man vorher einen Tisch reservieren lassen. Für jeden Geschmack findet man jedes Ambiente: Wildwestrustikal oder erlesene Meeresfrüchte, Chinesisch, Japanisch oder Italienisch. Und: Die Auswahl an Weinen und Spirituosen ist riesig! In den meisten Restaurants findet man erlesene Weine aus der Alten und der Neuen Welt. Übrigens: Der amerikanische oder kanadische Wein ist gar nicht übel. Wie wär’s denn mal mit einem Gewürztraminer aus dem Okanagan Valley? Oder mit einem White Zinfandel aus Kalifornien? Auch der Weinkenner ist in Whistler im Siebten Himmel.
Dr. med. Ralf Buschmeyer

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