ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1996Echokontrastmittel Levovist®: Erste klinische Erfahrungen

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Echokontrastmittel Levovist®: Erste klinische Erfahrungen

Albrecht, Bernhard

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LNSLNS Ultraschallwellen werden in Wasser fortgeleitet, von Luft aber reflektiert. Dieses einfache Prinzip steht hinter dem Echokontrastmittel Levovist®, das Anfang 1996 auf dem deutschen Markt eingeführt wurde. Der Signalverstärker besteht zu 99,9 Prozent aus Galaktose und wird mit Palmitinsäure stabilisiert. Bei der Auflösung in Wasser entstehen Mikroluftbläschen, die etwa die Größe von roten Blutkörperchen annehmen.
Die Methode erlaubt eine rasche, nicht-invasive und kostengünstige Darstellung von Stenosen, Verschlüssen und Blutflußphänomenen. Levovist® (Schering AG) wird zu physiologischen Bestandteilen abgebaut, die den Organismus nicht belasten. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Echovist® passiert Levovist® den Lungenkreislauf und ist deshalb für die Schädel-Hirn-Diagnostik geeignet.
Auf dem 69. Neurologenkongreß in Göttingen berichtete Dr. Darius Nabavi (Münster), daß in der Diagnostik der vertebrobasilären oder intrakraniellen hirnversorgenden Gefäße die Farbduplexsonographie mit Levovist® oft genauso verläßliche Befunde liefert wie die Angiographie. Auch die diagnostische Verläßlichkeit der extrakraniellen Karotisdiagnostik werde in speziellen Situationen durch Levovist® verbessert, wie Prof. Manfred Kaps (Lübeck) darlegte. Die Darstellung mit dem Kontrastverstärker erlaube eine genauere Bestimmung des Stenosegrades. Außerdem werde der gefürchtete Schallschatten, der pathologische Befunde verdecken kann, wesentlich reduziert. Große Fortschritte seien mit Echokontrastmitteln in der sonographischen Diagnostik intrakranieller Tumoren zu erzielen, erläuterte Prof. Ullrich Bogdahn aus Regensburg. Levovist® erlaube eine Aussage über die Neovaskularisation und damit über die Prognose und die Wahl einer geeigneten Therapie von Tumoren.
In der frühen Diagnostik von Schlaganfällen kann der Einsatz von Echosignalverstärkern zur sonographischen Diagnostik ebenfalls sinnvoll sein, so Dr. Michael Görtler (Magdeburg). Bei neun Patienten habe er mittels transkranieller Doppler- oder Duplexsonographie nur in zwei Fällen eine sichere Diagnose stellen können. Nach der Applikation von Levovist® war eine sichere Diagnose in sieben Fällen möglich. Bernhard Albrecht
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