ArchivDeutsches Ärzteblatt48/1996Östrogenpflaster Evorel®: Spezieller Kleber schützt die Haut

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Östrogenpflaster Evorel®: Spezieller Kleber schützt die Haut

Herberhold, Cornelia

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LNSLNS Zur transdermalen Hormonsubstitution in den Wechseljahren hat Janssen-Cilag einen neuen Matrix-Film (Evorel®) eingeführt. Etwa ein Viertel der Östrogentherapie in der Menopause wird mit östrogenhaltigem Pflaster durchgeführt. Die Deutsche Klinik für Diagnostik in Wiesbaden hat das neue System in einer randomisierten Multizenter-Studie einfach-blind mit dem klassischen transdermalen Ciba-Geigy Reservoir-Pflaster verglichen.
Die Behandlung wurde über sechs Zyklen durchgeführt. Während der letzten 12 Tage im Zyklus wurde Progesteron zum Auslösen einer Abbruchblutung gegeben. In die Studie aufgenommen wurden Frauen über 50 Jahre, deren letzte Menstruation 12 Monate zurücklag. Vorteile einer transdermalen Therapie mit Östrogenpflaster sind die relativ konstanten Serumöstrogenspiegel und die geringen Nebenwirkungen. Ferner fehlt der "first pass effect", da der Leberstoffwechsel umgangen wird. Die Hormonbelastung ist 20mal niedriger als bei der oralen Therapie. Keine Unterschiede, so Prof. Ernst-Gerhard Loch (Wiesbaden) auf der Einführungskonferenz in Köln, zeigten sich in der therapeutischen Wirkung bei der Behandlung der klimakterischen Beschwerden. Die Hitzewallungen verringerten sich bereits während der ersten zwei Anwendungszyklen. Ein gutes Behandlungsergebnis wurde auch bei weiteren klimakterischen Symptomen wie innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Depression, Muskel- und Gelenkschmerzen, Tachykardie und Kopfschmerzen erzielt.
Das gleiche betraf den Einfluß der transdermalen Östrogenbehandlung auf den Urogenitaltrakt, wie Brennen und Trockenheit imVaginalbereich, Schmerzen beim Wasserlassen, Urinverlust beim Husten und Niesen, Einfluß auf Körpergewicht und Blutdruck. Alle Symptome konnten gebessert werden, aber ohne Bevorzugung eines der beiden Pflaster.
Deutlich besser schnitt der Matrix-Film im Hinblick auf Hautverträglichkeit, Klebeverhalten und Tragekomfort ab. Die Eigenschaften des Pflasters erklären sich vor allem aus dem speziell entwickelten Kleber, bei dem auf Zusätze von Alkohol oder Stabilisatoren verzichtet werden konnte. Hautreaktionen, wie Jucken, Rötung und allergische Reaktionen, fielen deutlich geringer aus. Das durchsichtige Matrixpflaster besteht aus nur zwei Schichten, ist einfach anzuwenden und klebt auch beim Duschen und Baden. Das Pflaster wird zweimal pro Woche möglichst an festen Wochentagen appliziert; es kann im Kühlschrank aufbewahrt werden und klebt optimal, wenn es in der Hand kurz auf Körpertemperatur erwärmt wird.
Dr. med. Cornelia Herberhold
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