ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2004Der Masernausbruch in Coburg: Erkrankungsfälle trotz Impfung
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LNSLNS Bemerkenswert sind die Beobachtungen, dass einige Patienten trotz Impfung erkrankten, einige Kinder jünger als ein Jahr waren und dass in keinem Fall eine Enzephalitis oder gar Sterben vorkamen. Interessant wäre, ob bei den Patienten mit Komplikationen ein individuelles Risiko bestand. Aufschlussreich wäre ein Vergleich in der medizinischen Behandlung der Patienten mit oder ohne Komplikation: Wann wurden sie erstmalig beim Arzt vorstellig, welche medizinische Versorgung (Allgemeinmaßnahmen, Medikamente, alternative Behandlungsmethoden) wurde durchgeführt. Wie war die Bereitschaft der Patienten/Eltern und der Ärzte, Komplikationen ambulant zu behandeln?
Interessant wäre auch zu erfahren, welche Gründe die Menschen in dieser Region haben, der Masernimpfung gegenüber so zurückhaltend zu sein. Liegt das an einem Mangel an Möglichkeiten zur individuellen Impfentscheidung? War die Motivation, nach Ausbruch der Epidemie doch impfen zu lassen, in erster Linie geschürte Angst (eine vom Robert Koch-Institut propagierte Methode zum Erreichen einer höheren Impfbereitschaft) vonseiten der Intervenierer?
Ließen sich zum Beispiel durch Klärung der eingangs genannten Aspekte (und etlicher weiterer) ein genaueres Risikoprofil für schwere Erkrankungsverläufe und Komplikationen erstellen und somit bei der Beratung Gesunder über diese prophylaktische Maßnahme eine individuell sinnvolle Impfentscheidung herbeiführen? Dass Masern nicht so gefährlich sind (ohne ihre Ernsthaftigkeit kleinreden zu wollen) wie uns
allen suggeriert wird, zeigen die mindestens 72 Prozent komplikationslosen Verläufe im Raum Coburg.

Anke Scheer
Ergersheimer Straße 5
91438 Bad Windsheim

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