MEDIZIN

Lymphozytäre Kolitis

Dtsch Arztebl 2004; 101(30): A-2128 / B-1780 / C-1712

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LNSLNS Die lymphozytäre Kolitis, erstmals beschrieben 1989 von Lazenby, zählt zusammen mit der Kollagenkolitis zu den mikroskopischen Colitiden und ist gekennzeichnet durch eine Infiltration der Schleimhaut mit Lymphozyten bei makroskopisch unauffälligem Aspekt.
Die Autoren berichten über eine Umfrage in 24 schwedischen Kliniken für Gastroenterologie, in denen insgesamt 199 Fälle von lymphozytärer Kolitis beobachtet wurden. Das Verhältnis von Frauen zu Männern betrug 2,4 zu 1 bei einem Durchschnittsalter von 59 (48 bis 70) Jahren.
Im Vordergrund der Beschwerden der Studienteilnehmer standen anhaltende Durchfälle (96 Prozent), Bauchschmerzen (47 Prozent) und Gewichtsverlust (41 Prozent). Der Krankheitsverlauf war chronisch intermittierend in 30 Prozent, länger anhaltend in sieben Prozent und bei 63 Prozent war eine einmalige längere Episode von Durchfällen, die für etwa sechs Monate anhielten, vordergründig.
Bei 40 Prozent der Probanden fanden sich Begleiterkrankungen wie Schilddrüsenstörungen, Zöliakie und Diabetes mellitus. Bei zwölf Prozent der befragten Personen handelte es sich um Verwandte ersten oder zweiten Grades von Patienten mit Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Kollagenkolitis oder Zöliakie. Bei zehn Prozent wurde eine medikamentö-
se Genese, in der Regel durch Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) vermutet. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten besserte sich die Symptomatik durch Corticosteroide, insbesondere Budesonid. w

Olesen M, Eriksson S, Tysk C et al.: Lymphocytic colitis: a retrospective clinical study of 199 Swedish patients. Gut 2004; 53: 536–541.

Prof. Dr. C. Tysk, Örebro University Hospital, Department of Medicine, Division of Gastroenterology, S -701 85 Örebro, Schweden, E-Mail: curt.tysk@orebroll.se

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