ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2004Gutes Benehmen ist wieder in

VARIA: Post scriptum

Gutes Benehmen ist wieder in

Dtsch Arztebl 2004; 101(30): [104]

Ellermann, Bernd

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Flegeljahre sind vorbei. Gutes Benehmen ist jetzt wieder in. Aber die antiautoritär erzogenen Kinder der 60er-, 70er- und 80er-Jahre haben da ein Problem. Das rächt sich jetzt. Besonders, wenn es um die Karriere geht. Doch die Jüngeren erkennen ihre Defizite. Und strömen zu den Benimm-Seminaren aller Art. Wer von ihnen weiß auch, wie ein Bischof richtig angeredet wird, ob eine Frau zur Begrüßung eines Mannes aufstehen soll, wann beim Essen geraucht werden darf oder wie man durch eine Stuhlreihe im Theater geht?
Tatsächlich gehen Firmenchefs mit wichtigen Bewerbern zum Essen, um sie zu testen. Kandidaten mit ungehobelten Tischsitten fallen durch. Und im Topmanagement macht die „Erscheinung“ mehr als 90 Prozent des persönlichen Erfolgs aus. Motto: Nicht was jemand denkt, tut und sagt, ist entscheidend, sondern wie er es nach außen vermittelt.
Nun sind Benimm-Regeln von Land zu Land verschieden. In den USA gibt es die so genannten „dumb laws“, also richtig dumme Benimm-Gesetze. So ist es – je nach US-Staat – verboten, auf einer Giraffe zu reiten, auf dem Flughafen zu rülpsen, eine Straße im Handstand zu überqueren, Duelle mit Wasserpistolen auszutragen, eine schlafende Frau zu küssen, am Sonntag eine Schlange zu essen, Staubsauger an Nachbarn zu verleihen, Zahnprothesen zu verpfänden und so weiter und so weiter ...
Aber auf einem Benimm-Gebiet sind die Jüngeren weiter als die Älteren. Bei den Computerfreaks – von Hackern abgesehen – hat sich eine Ethik gebildet: Was man tut, was man nicht tut. Im Internet spricht man von der so genannten „Nettikette“, die auch zehn Gebote für Computerethik umfasst:
1. Du sollst nicht deinen Computer benutzen, um anderen Schaden zuzufügen.
2. Du sollst nicht anderer Leute Arbeit am Computer behindern.
3. Du sollst nicht in anderer Leute Files stöbern.
4. Du sollst nicht den Computer zum Stehlen benutzen.
5. Du sollst nicht den Computer benutzen, um falsches Zeugnis abzulegen.
6. Du sollst nicht Software benutzen oder kopieren, für die du nicht gezahlt hast.
7. Du sollst nicht anderer Leute Ressourcen ohne deren Erlaubnis verwenden.
8. Du sollst nicht anderer Leute geistig Werk als deines ausgeben.
9. Du sollst über die sozialen Konsequenzen deiner Programme nachdenken.
10. Du sollst den Computer so benutzen, dass du Verantwortung und Respekt zeigst. Bernd Ellermann
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema