ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1996Flucht in die Gewißheit

SPEKTRUM: Bücher

Flucht in die Gewißheit

Huth, Werner

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LNSLNS Fundamentalismus
Flucht in eine verlorene Zeit
Werner Huth: Flucht in die Gewißheit. Fundamentalismus und Moderne. Aus der Reihe: Claudius Kontur, 1995, Claudius Verlag, München, 229 Seiten, 26 DM.
"Fundamentalismus" – das Wort ist in aller Munde. Was aber bedeutet es genau? Werner Huth, Arzt für Psychiatrie und Neurologie sowie Lehrbeauftragter an der Münchner Hochschule für Philosophie, hat die "Schockvokabel" (Klappentext) analysiert. Und dabei festgestellt, daß Fundamentalismus nicht gleich Fundamentalismus ist. In seinem Buch beschreibt Huth die verschiedenen Ausprägungen des Fundamentalismus, angefangen bei den Ursprüngen im Protestantismus in der USA des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Huth stellt die protestantischen den katholischen, islamischen und jüdischen Fundamentalismen gegenüber; er geht auf entsprechende Tendenzen in Asien ein und untersucht den "grünen Fundamentalismus".
Schließlich analysiert Huth den Fundamentalismus als Herausforderung an die Theologie und beschreibt, wie man Religion und Wissenschaft in Einklang bringen kann, statt nur an die Wissenschaft zu glauben oder – das andere Extrem – auf sie mit der Flucht in eine fundamentalistisch gelebte Religion zu reagieren. Denn Fundamentalismus ist für Huth immer eines: eine Reaktion auf die moderne Gesellschaft, durch die der Fundamentalist sich ursprünglich bedroht fühlt. "Flucht in die Gewißheit" liefert eine tiefgehende Analyse der heutigen Fundamentalismen und ihrer Ursprünge – für alle religiös Interessierten und alle, die diese Strömungen verstehen wollen. EX

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