ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1996Die 7 Geister der Revolte
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LNSLNS Historischer Roman
Unselige Kindheit
Jean-Michel Thibaux: Die 7 Geister der Revolte. Historischer Roman über die Abenteuer der Helena Blavatsky, ins Deutsche übertragen von Yla Margit von Dach, TB Nr. 13775, Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe, Bergisch Gladbach, 1996, 558 Seiten, kartoniert, 12,90 DM
Der Roman nimmt sich der frühen Jahre Helena Blavatskys an, der legendären russischen Gründerin der Theosophischen Gesellschaft (1831 bis 1891), mit der das Esoterische salonfähig wurde. Dabei steht das Psychogramm eines Kindes im Vordergrund, dessen Hellsichtigkeit als Doppelgesichtigkeit mißverstanden und denunziert wurde.
Helena gilt im krisengeschüttelten Zarenreich als Geisterbeschwörerin und gefährliches Medium, gemieden und gefürchtet, in jedem Fall ausgeschlossen von der sozialen Normalität auch der eigenen adeligen Kreise. Die ersten (und besten) Kapitel zeichnen ein Sittenbild des Rußlands Nikolaus I. im Zeichen von Zukunftsangst und manifestem Verfall.
Mit Helenas Flucht nach Ägypten, Nordamerika, Indien und Nepal verirrt sich die Handlung in einem theatralischen Exotismus, der die historische Person Helenas aus den Augen verliert, als Portrait einer gehetzten Seele aber seine literarische Einfallslosigkeit nicht verleugnen kann.
Madame Blavatskys folgenreiches Leben hätte eine Würdigung verdient. Hier erscheinen ihre Jugendjahre eher im Helldunkel trivialer Sensationslust.
Hanns-Marcus Müller,
Köln
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