ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2004Schulmedizin und Komplementärmedizin – Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden: Alternative: gute Schulmedizin

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Schulmedizin und Komplementärmedizin – Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden: Alternative: gute Schulmedizin

Dtsch Arztebl 2004; 101(34-35): A-2313

Hessel, Werner

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LNSLNS Ich kann den Wunsch nach Diskussion in gleicher Augenhöhe nicht verstehen. Meines Erachtens handelt es sich um die Verwechselung des grundgesetzlich verbrieften Rechts auf Meinungsfreiheit mit einem vermeintlichen Recht auf Therapievielfalt (-pluralismus), bei dem aber unter Therapie all und jedes verstanden wird und ganz platt auf den Spruch „Wer heilt, hat Recht“ abgestellt wird, und wenn es jedes physikalische Naturgesetz Lügen straft. Wir drohen in einer „Therapiebeliebigkeit“ unterzugehen! Dazu kommt noch die Verteufelung der wissensbasierten Medizin (EbM), die meist falsch, also doktrinär von deren Gegnern interpretiert wird.
Schließlich noch der Anspruch, dass die moderne Medizin sich zwar der Wissenschaft bediene, selbst aber keine Wissenschaft sei bzw. sein wolle, weil da noch die ärztliche Kunst hinzuzurechnen sei. Ansätze der alternativen Medizin und der Naturheilverfahren, die ihre Wirksamkeit erwiesen haben, sind längst in die moderne „Schulmedizin“ aufgenommen worden. Wir brauchen keine alternative Medizin und keine Komplementärmedizin, sondern wir brauchen eine gute „Schulmedizin“, die nach dem Prinzip so „viel wie nötig und so wenig wie möglich“ eingesetzt wird. Die Alternative für schlecht gemachte Schulmedizin kann nicht alternative Medizin, sondern muss gute Schulmedizin sein.
Während in Italien und in den USA die Darwinsche Lehre von der Abstammung des Menschen aus den Schulen verbannt zu werden droht, wollen sich Schulmedizin und Komplementärmedizin in Deutschland annähern! Ist die Erde vielleicht doch ein bisschen eine Scheibe?
Dr. Werner Hessel
Markt 5–6, 15848 Beeskow
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