ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2004Schulmedizin und Komplementärmedizin – Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden: Goetheanistik

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Schulmedizin und Komplementärmedizin – Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden: Goetheanistik

Dtsch Arztebl 2004; 101(34-35): A-2313

Frankenberg, Donald von

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LNSLNS In dem Artikel wird behauptet, die „anthroposophische Medizin“ basiere „auf der Grundlage einer goetheanistischen Erkenntnistheorie“. Diese würde „dem diagnostischen und therapeutischen ärztlichen Handeln zugrunde gelegt“. Hier wird suggeriert, dass es von Goethe zur Philosophie und Medizin wesentliche Aussagen und Forschungsergebnisse gäbe. Beides ist unzutreffend. Im Sachregister der Hamburger Ausgabe der Werke Goethes finden sich beim Stichwort „Medizin“ ganze sieben Einträge! Nicht einer kann als Beitrag zu einem Erkenntnisgewinn der medizinischen Forschung gewertet werden. Als Person mied Goethe Krankheit Dritter mit einer reflexartigen Flucht. Als seine Frau Christiane nach tagelangem Todeskampf starb, hatte Goethe sie nicht einmal am Krankenbett besucht, noch nahm er am Begräbnis teil (Lit.: Friedenthal, 1963; Conrady 1985). Die über 20 Eintragungen beim Stichwort „Philosophie“ lassen keinen wesentlichen Beitrag Goethes zur Philosophiegeschichte erkennen. Wie sollte auch! Bekannte Goethe doch selbst: „Für Philosophie im eigentlichen Sinne hatte ich kein Organ.“ Was soll dieses Versteckspiel hinter Goethe? Die Anthroposophen, als religiöse Glaubensgemeinschaft, versuchen ihre esoterischen Wurzeln (Rudolf Steiner: Geheimwissenschaft) zu kaschieren.
Donald von Frankenberg
Goethestraße 6, 24116 Kiel
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