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Lexikon: PID

Dtsch Arztebl 2004; 101(37): A-2488 / B-2100 / C-2020

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Mit dem Begriff „Präimplantationsdiagnostik“ (PID) wird die Diagnostik an einem Embryo vor seinem Transfer in den Uterus der Frau bezeichnet. Dem sich im Anschluss an eine In-vitro-Fertilisation entwickelnden Embryo werden Zellen entnommen, die auf Chromosomenanomalien oder Genmutationen hin untersucht werden. Bei entsprechendem Befund wird der Embryo nicht in die Gebärmutter übertragen. Die Zellen werden gewöhnlich am dritten Tag nach der Befruchtung entnommen. Da davon ausgegangen wird, dass sich bis zum Achtzellstadium jede Zelle zu einem Embryo entwickeln kann (Totipotenz), wird in der Debatte in Deutschland, wo die Vernichtung totipotenter Zellen verboten ist, eine Biopsie im Blastozystenstadium vorgeschlagen. Das deutsche Embryonenschutzgesetz verbietet die Präimplantationsdiagnostik zwar nicht explizit, die Mehrheit der Experten geht jedoch von einem ableitbaren Verbot aus. Nach dem „Diskussionsentwurf zu einer Richtlinie zur Präimplantationsdiagnostik“, den der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer im Jahr 2000 vorlegte, sollte die PID restriktiv eingesetzt werden – nur bei wenigen Paaren mit hohem genetischen Risiko nach einem komplizierten Genehmigungsverfahren. Die Enquetekommission des Deutschen Bundestages „Ethik und Recht der modernen Medizin“ sprach sich mehrheitlich dafür aus, die PID zu verbieten. Eine Mehrheit des Nationalen Ethikrates plädierte dagegen für eine „eng begrenzte“ Zulassung der PID. Kritiker befürchten, dass die PID zu einer Diskriminierung behinderter Menschen führen könnte. Die Diskussion über die Zulassung der PID führte auch zu einer Debatte über die Schutzwürdigkeit von Embryonen. Dabei gibt es zwei konkurrierende Ansichten: Die eine überträgt die dem geborenen Menschen eigene Schutzwürdigkeit auf den Embryo, die andere spricht dem Embryo eine je nach seiner Entwicklungsstufe abgestufte Schutzwürdigkeit zu. Kli
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