ArchivDeutsches Ärzteblatt49/1996Weniger Fälle von Phlebothrombose nach totalendoprothetischem Hüftgelenkersatz

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Weniger Fälle von Phlebothrombose nach totalendoprothetischem Hüftgelenkersatz

mll

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LNSLNS Eine mögliche Komplikation nach totalendoprothetischem Hüftgelenkersatz stellt die Phlebothrombose mit dem Risiko der Lungenembolie dar. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer solchen Erkrankung nach der stationären Entlassung möglicherweise noch besteht, enden prophylaktische Maßnahmen häufig zu diesem Zeitpunkt. Eine französische Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dieser Fragestellung im Rahmen einer randomisierten doppelblinden prospektiven Studie.
Hierzu wurden 179 Patienten zum Entlassungszeitpunkt (13 bis 15 Tage nach totalendoprothetischem Hüftgelenkersatz) in zwei Gruppen randomisiert. Die erste Gruppe (90 Patienten) erhielt 21 Tage Enoxaparin (40 mg entspricht 4000 IE) als subkutane Injektion. Die zweite Gruppe (89 Patienten) wurde mit einem Plazebo behandelt. Alle Probanden wiesen am Entlassungstag keine Phlebothrombose der Beinvenen auf. Dies wurde mittels Phlebographie nachgewiesen. Nach der 21tägigen Behandlungszeit wurde eine zweite Phlebografie angefertigt.
Die Auswertung der Phlebographien von 173 Patienten ergab signifikant weniger Phlebothrombosen in der mit Enoxaparin behandelten Gruppe (7,1 Prozent) im Vergleich zur Plazebo-Gruppe (19,3 Prozent). Eine distale Phlebothrombose wurde bei einem behandelten Patienten (1,2 Prozent) und in zehn Fällen der Kontrollgruppe (11,4 Prozent) gesehen. Eine proximale Phlebothrombose zeigte sich in der Enoxaparin-Gruppe in fünf Fällen (5,9 Prozent) und bei sieben Patienten der Plazebo-Gruppe (7,9 Prozent). Es gab drei kleinere Blutungen in der Enoxaparin-Gruppe und eine in der Kontrollgruppe. Kein Patient entwickelte eine Lungenembolie oder starb während der Studie.
Erhalten Patienten mit totalendoprothetischem Hüftgelenkersatz nach Entlassung aus der stationären Behandlung keine Thromboseprophylaxe, so besteht postoperativ mindestens über den Zeitraum von 35 Tagen ein erhöhtes Thromboserisiko. Dieses Risiko kann durch die kontinuierliche Gabe von Enoxaparin effektiv reduziert werden. mll


Planes A et al.: Risk of deep-venous thrombosis after hospital discharge in patients having undergone total hip replacement: double-blind randomised comparison of enoxaparin versus placebo. Lancet 1996; 348: 224–228
Dr. Planes, Clinique Radio-Chirurgicale du Mail, 17028 La Rochelle, Frankreich

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