ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2004Neuer DRG-Katalog: Nachbesserungen

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Neuer DRG-Katalog: Nachbesserungen

Dtsch Arztebl 2004; 101(39): A-2569 / B-2165 / C-2081

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Erstmals ist es der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und den Krankenkassen am 16. September gelungen, sich gemeinsam auf einen DRG-Katalog für das Krankenhaus-Fallpauschalensystem zu einigen. In den Jahren 2002 und 2003 musste das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMGS) noch zu einer Ersatzvornahme greifen.
Das Resultat der aktuellen Verhandlungen stellt die Beteiligten zufrieden: Der weiterentwickelte Krankenhaus-Fallpauschalenkatalog, der von 2005 an gelten soll, bildet Krankenhausleistungen wesentlich differenzierter und kostengerechter ab. Verständigen konnte man sich auf ein ganzes Bündel von Umstrukturierungen: erstens auf neu definierte Fallgruppen, die es künftig für hochkomplexe Eingriffe, Mehrfacheingriffe und beidseitig durchgeführte Eingriffe geben soll. Zweitens einigte man sich auf 71 zum Teil mit Preisen versehene Zusatzentgelte (beispielsweise für teure Chemotherapeutika) und drittens auf die Herausnahme mehrerer DRGs, die durch krankenhausindividuelle Vereinbarungen ersetzt werden sollen. Dadurch soll das Fallpauschalensystem nach australischem Muster weiter den deutschen Versorgungsstrukturen angepasst werden.
Eitel Sonnenschein herrschte bei den jüngsten Verhandlungen jedoch keineswegs. Nicht einigen konnten sich beide Seiten auf die Regelungen zur Finanzierung der Ausbildungsstätten sowie zu „Besonderen Einrichtungen“. Nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz können solche Krankenhäuser aus dem DRG-System herausgenommen und mit einer „Individuallösung“ versehen werden. Da die Kassen die Hürden für diese Einrichtungen jedoch unerreichbar hoch legen wollen, wird die DKG eine Ersatzvornahme durch das BMGS abwarten.
Profitieren dürfte von dem modifizierten Fallpauschalenkatalog vor allem die Hochleistungsmedizin der Maximalversorger, während einfache Hospitalleistungen abgewertet werden. Schwieriger wird es wohl auch für die Klinikärzte werden, die sich mit den DRGs beschäftigen. Die 824 DRGs (2004) werden nächstes Jahr auf 878 erweitert. Hinzu kommen 71 Zusatzentgelte. So „nebenbei“ wird sich das neue differenzierte System kaum bewältigen lassen – darauf sollten sich die Krankenhausträger einstellen. Dr. med. Eva A. Richter-Kuhlmann
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