ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2004Frühinvalidität im Lehrerberuf – Sozial- und arbeitsmedizinische Aspekte: Keine Ideale vorhanden

MEDIZIN: Diskussion

Frühinvalidität im Lehrerberuf – Sozial- und arbeitsmedizinische Aspekte: Keine Ideale vorhanden

Simon, Rolf

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LNSLNS In meiner Gymnasialzeit (1964 bis 1972), als Vater von drei schulpflichtigen Kindern, als Lehrer und ehemaliger Elternbeiratsvorsitzender eines Gymnasiums und nicht zuletzt als Mediziner habe ich das deutsche Schulsystem und seine Folgen für Lehrer und Schüler so erlebt: Sprache, Ordnung und Ruhe sind gestört. Aus der Schülersicht fehlen Vorbilder wie zum Beispiel Eltern, Lehrer oder Politiker. Stattdessen sind orientierungslose Schülerkinder in oft nicht mehr existierenden Kernfamilien die Realität. Als Reflex auf eine öffentliche Gemengelage aus Selbstverwirklichung und gedankenlosem Konsum entsteht in einem triebgesteuerten latenten Brutalo-Klima ein Verhalten, das Schüler und Lehrer krank werden lässt. Auch als Folge medialer Konditionierung werden Pädagogen täglich konfrontiert mit zuckenden und zappelnden Klein- und Großstadtkids – alleine gelassen von der Politadministration, die auch hier unter chronifiziertem Wirklichkeitsverlust leidet. Lehrer im deutschen Schulsystem zu sein ist vergleichbar einer Labormaus, die so lange multifaktoriellen Stressoren ausgesetzt wird, bis es zum körperlichen und mentalen Zusammenbruch kommen muss. Unabhängige und abhängige Variablen dieses „pädagogischen Experimentes“ wurden in dem Artikel in abgeklärter Wissenschaftssprache beschrieben.

Dr. med. Rolf Simon
Waldweg 23, 69121 Heidelberg

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