ArchivDeutsches Ärzteblatt50/1996Krankenbuch: Spareffekt

SPEKTRUM: Leserbriefe

Krankenbuch: Spareffekt

Reinhardt, Kurt

Vorschlag zur Kostensenkung
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LNSLNS . . . Wenn alle Leistungen und Diagnosen in ein "Krankenbuch" eingetragen werden müßten, um erstattungsfähig zu sein, würden unnütze und Mehrfachverordnungen von Arzneimitteln und Inanspruchnahme zum Beispiel von Labor- und Röntgenleistungen abnehmen. Parallel dazu dürften Überweisungen nur erfolgen, wenn bisherige Befunde übermittelt würden. Dies nicht nur wegen des Spareffekts, sondern auch aus medizinischen Gründen. Ich schreibe dies als gewesener Radiologe: Ein Röntgenbild ist nur zuverlässig zu interpretieren, wenn auch die Fragestellung und die wesentlichen Befunde mitgeteilt werden. Am einfachsten mit Vorlage des "Krankenbuchs". Dies nicht nur unter niedergelassenen Ärzten, an Krankenhäusern, sondern auch innerhalb von Krankenhäusern. Dazu ein: "Amerika, du hast (machst) es besser." An einer großen Klinik in Philadelphia wurden Röntgenuntersuchungen nur vorgenommen, wenn von dem überweisenden Stationsarzt alle notwendigen Angaben in bezug auf Anamnese und Befunde mitgeteilt wurden. Bei Unklarheiten mußte der Stationsarzt mit allen Unterlagen bei der Röntgenuntersuchung anwesend sein und alle Unterlagen dabeihaben. Wie anders ist es (mindestens war es) doch bei uns! Die Röntgenvisite bringt an deutschen Kliniken zum Teil ähnliches, aber nur wenn sie auch stattfindet und entsprechend vorbereitet wird. Am besten doch von vornherein wie in Philadelphia. Auch daraus kann eine Kostensenkung resultieren. Vor allem werden die Diagnosen sicherer. Der Patient muß zu allem und jedem seine schriftliche Einwilligung geben, und der Arzt kann Leistungen nackt und bloß veranlassen.
Prof. Dr. Kurt Reinhardt, Am Kirschenwäldchen 32, 66333 Völklingen
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