VARIA: Post scriptum

Ausgerechnet Würzburg

Pfleger, Helmut

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Wann immer möglich, schaue ich (aus München kommend) bei meinem Friseur in Bamberg vorbei. Ein kleiner Laden am Steinweg, in dem ich mir schon zu Schulzeiten das damals noch etwas üppigere Haar scheren ließ. Ansonsten hat sich (fast) nichts geändert, nach wie vor ist er ein Hort des in jeglicher Hinsicht frei durch den Raum schwirrenden und freimütigen Gedankenaustauschs – zum Schnippschnapp der Schere gesellt sich das Schnipp-schnapp pointierter Meinungsäußerungen, die vermutlich nicht immer den Beifall des Pfarrers der nahen Gangolfkirche fänden. So ließ es sich vor geraumer Zeit auch nicht vermeiden (was allerdings auch keine[r] der Anwesenden beabsichtigte), zum Zeugen des folgenden Aufschreis zu werden: „Gibd’s denn so was? An Würzburchä muss die heiärn (heiraten), als ob’s in Bambärch ned genug Männer gäb!“ Natürlich konnte jedermann/jedefrau im Raume die Empörung nachvollziehen und machte sich so seine Gedanken über die Ungeheuerlichkeit der Welt.
Vielleicht bin ich spätestens an dieser Stelle eine kleine Erklärung schuldig, möglicherweise weiß man nicht in der ganzen Republik um die alte Rivalität zwischen Würzburg und Bamberg, möglicherweise kann man aber auch erst jetzt die integrierende Kraft der „Deutschen Ärzteturniere“ ermessen, bei denen ich zuweilen beim Abendessen am „Würzburger Tisch“ geduldet werde. Die Doctores Baum, Cimbollek und Demmer studierten einst alle in Würzburg, bevor sie in die weite Welt zogen. Und natürlich Prof. Krauseneck, der sogar lange in Würzburg arbeitete, bevor er quasi in umgekehrter Richtung in Bamberg „einheiratete“, sprich Chef der dortigen Neurologie wurde.
Bevor nun aber zu viel Eintracht einkehrt, will ich doch davon Kunde tun, wie mich Dr. med. Christian Cimbollek beim letzten Ärzteturnier mit dem folgenden Dreizüger des berühmten Problemkomponisten Sam Loyd (1868 – en passant, auch das Gründungsjahr des Bamberger Schachklubs) ärgerte – eine ganze Zeit lang beugte ich mich vergeblich darüber. Aber vielleicht denkt man außerhalb Bambergs ja etwas schneller und gerichteter, die schö-ne „geometrische“ Lösung lohnt es allemal.
Wie setzt Weiß am Zug in drei Zügen matt?

Lösung:

Der Schlüsselzug ist 1. Dh6! Überraschend entfernt sich die Dame weitestmöglich vom matt zu setzenden König. Auf 1. . . . Kb4 kommt die Dame wiederum in einem gewaltigen Satz zurück zur Grundreihe: 2. Dc1!, verhindert so des Königs Flucht via die c-Linie und setzt nach 2. . . . Ka4 beziehungsweise Ka5 mit 3. Da3 matt.
Bei 1. . . . Ka5 geht’s mit 2. Kb3 b4 3. Db6 matt zu Ende, und nach 1. . . . b4 ist es mit 2. Da6 matt gleich aus.
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