ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2004Standpunkt: Kostenschere

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Standpunkt: Kostenschere

Dtsch Arztebl 2004; 101(43): A-2912 / B-2464 / C-2352

Abshoff, Jürgen

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Foto: Daniel Rühmkorf
Foto: Daniel Rühmkorf
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung dürfen 2005 um maximal 0,38 Prozent wachsen. Dieses hat das Bundesgesundheits-ministerium bekannt gegeben. Damit verschärft sich die dramatische Finanzlage der Krankenhäuser weiter. Die Krankenhäuser stehen vor einer weiteren Minusrunde mit einer realen Budgetabsenkung um mindestens drei Prozent. Steigende Personal- und Sachkosten nehmen keine Rücksicht auf gedeckelte Budgets. Die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser kann durch Produktivitätssteigerungen schon längst nicht mehr ausgeglichen werden. Bei einem Anteil der Personalkosten von circa 70 Prozent an den Gesamtkosten eines Krankenhauses ist ein weiterer Personalabbau absehbar. Die jahrelange Budgetierung der Kliniken zwingt die leistungsfähigen und von den Patienten stark nachgefragten Häuser, Wartelisten anzulegen und beispielsweise planbare OP-Termine zu verschieben, weil die Budgets erschöpft sind. Kein Krankenhaus kann auf Dauer mehr als die mit den Krankenkassen vereinbarten Patienten behandeln, ohne in die Verlustzone zu rutschen. Krankenkassen können nicht erwarten, dass Kliniken Mehrleistungen ohne ausreichende Finanzierung erbringen. Deshalb ist die Ablösung des bestehenden Budgetsystems durch ein Vertragssystem überfällig, in dem Einzelverträge genau bestimmen, welche Leistung zu welcher Gegenleistung erbracht wird. Innerhalb des starren Budgetsystems können die Kliniken weder Kostensteigerungen noch den medizinischen Fortschritt finanzieren. Jürgen Abshoff,
Geschäftsführer der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft
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