ArchivDeutsches Ärzteblatt50/1996Katholische Kliniken: Verluste drohen

POLITIK: Aktuell

Katholische Kliniken: Verluste drohen

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die 61 katholischen Krankenhäuser in der Erzdiözese Köln, darunter 12 in Köln, befürchten, daß sie unter der zunehmenden staatlichen Kostendämpfung immer mehr auf die Einbahnstraße des Verlustes manövriert werden. Falls die gesetzlichen Bestimmungen für den bereits seit vier Jahren geltenden Budgetdeckel nicht gelockert werden und die Krankenhausleistungen nicht mehr kostendeckend bezahlt werden, müßten einige der kleinen und mittleren Krankenhäuser den Offenbarungseid leisten, so der Geschäftsführer der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft, Helmut Vreden, vor der Presse in Köln. Die Krankenhäuser hätten unter den gesetzlichen Bedingungen keine Möglichkeiten, die stärkere Inanspruchnahme durch höhere Erlöse zu kompensieren, und der Wettbewerb sei in den vergangenen Jahren durch die Politik "gecancelt" worden, so der Vorstandsvorsitzende der AG, Karl Ferdinand von Thurn und Taxis. Viele Krankenhäuser der Arbeitsgemeinschaft seien zu Rückzahlungen gegenüber den Kassen verpflichtet, weil die Ausgangsbasis für das Budgetjahr 1996 fehlerhaft eingeschätzt wurde. So sei bei einem Krankenhaus der Höchstbetrag von 2,6 Millionen DM fällig. Die Politik betreibe eine patientenfeindliche Sparpolitik zu Lasten der Substanz der freigemeinnützigen und kirchlichen Träger.
Auf Grund der Planvorgaben des Landes seien im Bereich der AG der Erzdiözese Köln bereits 773 Betten abgebaut worden. Bis Frühjahr 1997 stünden weitere 490 vor dem Abbau oder der Umwidmung. Trotz der immer enger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen würde kein akut Kranker abgewiesen werden. Die Klinikträger seien einem ortsnahen Versorgungsauftrag uneingeschränkt verpflichtet; ein Patienten-Tourismus werde nicht geduldet oder provoziert. Ohne die Patienten auszuwählen, könne aber unter dem Druck der Politik künftig schneller ein Patient in ein höherstufiges, aber teureres Krankenhaus eingewiesen werden. HC
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote