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ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2004„Herzen sind besser bei einem lebenden Patienten aufgehoben als im Grab . . .“

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„Herzen sind besser bei einem lebenden Patienten aufgehoben als im Grab . . .“

bl-ki

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LNSLNS Während bei den Transplantationen anderer solider Organe 2003 in Deutschland eine leichte Zunahme verzeichnet wurde, war die Zahl an HTX weiter rückläufig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dank der Fortschritte in der Intensivmedizin gibt es die „klassischen Spender“ – junge Opfer von Motorrad- oder anderen Verkehrsunfällen – kaum noch. Bei den älteren Organspendern ist jedoch je nach Grundkrankheit und Todesursache das Herz oft so stark geschädigt, dass es – im Gegensatz zu Leber und Nieren – nicht mehr transplantierbar ist. Außerdem gibt es zwei Nieren, lässt sich die Leber teilen und ist bei diesen Organen auch die Lebendspende möglich.
Ungünstig ausgewirkt hat sich nach übereinstimmender Aussage verschiedener Experten die Implementierung des neuen Transplantationsgesetzes Ende der 90er-Jahre. Auch die jüngsten gesundheitspolitischen Entscheidungen trügen zu einer Verunsicherung von Patienten und Ärzten bei, betonte Prof. Rainer Körfer (Bad Oeynhausen). Darüber hinaus seien auch nicht alle Herzzentren HTX-Anhänger. Das liege unter anderem an der Hirntoddiskussion. Dies müsse er zwar respektieren, könne es aber nicht nachvollziehen. Für ihn sind Organe besser bei einem lebenden Patienten aufgehoben als im Grab. „Obwohl wir heute auch Spenderherzen von über 70-Jährigen akzeptieren, sind wir de facto ein Organimportland. Im europaweiten Vergleich werden in Deutschland die wenigsten Organe zur Verfügung gestellt.“ Dazu komme, dass man Angehörige sehr viel eher überzeugen könne, die Leber oder Niere eines gerade Verstorbenen zu spenden als sein Herz. Das sei noch immer eine hoch emotionale Diskussion. bl-ki

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