ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2004Virtuelle Koloskopie für Screening ungeeignet

MEDIZIN: Referiert

Virtuelle Koloskopie für Screening ungeeignet

Dtsch Arztebl 2004; 101(45): A-3035 / B-2565 / C-2447

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LNSLNS In den ersten Publikationen über die CT-Kolonographie (virtuelle Koloskopie) wurden Daten präsentiert, die für die Anwendung dieses bildgebenden Verfahrens sprachen. Es wurden jedoch bereits früh Zweifel geäußert, ob sich diese Technik als Screeninguntersuchung in der Praxis eignet. Die amerikanischen Autoren vom Digestive Disease Center, Medical University Carolina, Charleston, USA, berichten jetzt über eine Multicenter-studie, an der 612 Patienten im Alter von mehr als 50 Jahren teilnahmen.
Die Patienten wurden zunächst nach der üblichen Darmvorbereitung einer virtuellen Koloskopie unterzogen, zwei Stunden später erfolgte eine konventionelle Koloskopie. Das primäre Ziel der Studie war es, Läsionen von mehr als 6 mm Durchmesser zu erfassen. Die Sensitivität der virtuellen Koloskopie betrug 39 Prozent, bei Läsionen von mindestens 10 mm Durchmesser lag sie bei 55 Prozent. Mit der konventionellen Koloskopie wurde eine Sensitivität von 99 Prozent erreicht.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die virtuelle Koloskopie für den klinischen Einsatz noch nicht ausreicht und dass die Technik und das Training der Anwender noch verbessert werden müssen. w

Cotton PB, Durkalski VL, Pineau BC et al.: Computed tomographic colonography (virtual colonoscopy) a multicenter comparison with standard colonoscopy for detection of colorectal neoplasia. JAMA 2004; 291: 1713–1719.

Dr. P. B. Cotton, Department of Gastroenterology, The Digestive Disease Center, Medical University of South Carolina, Suite 210, Clinical Science Bldg, 96 Jonathan Lucas Street PO Box 250327, Charleston, SC 29425 USA, E-Mail: cottonp@musc.edu

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