ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2004EBM 2000plus: Kluge Entscheidung

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EBM 2000plus: Kluge Entscheidung

Dtsch Arztebl 2004; 101(45): A-2985 / B-2525 / C-2409

Maus, Josef

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LNSLNS Es hat sich bereits vor Wochen angedeutet, jetzt ist es definitiv: Der EBM 2000plus kommt erst zum 1. April 2005. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Spitzenverbände der Krankenkassen haben sich im gemeinsamen Bewertungsausschuss am 29. Oktober darauf verständigt, die neue Gebührenordnung und die Regelleistungsvolumen ein Quartal später als geplant in Kraft zu setzen. Für die rund 130 000 Kassenärzte bedeutet dies: Zum Jahresbeginn bleibt zunächst alles beim Alten.
Wenn es nur um den EBM ginge, wäre der Aufschub nicht notwendig gewesen. Die Gebührenordnung ist beschlossen und von allen Beteiligten akzeptiert. Anders sieht es bei den Regelleistungsvolumen aus, mit deren Hilfe die Menge der ärztlichen Leistungen gesteuert werden soll. Simulationsrechnungen haben ergeben, dass in vielen Fällen die Fallpunktzahlen, gemessen an den Bewertungen im EBM 2000plus, zu gering sind. Bei einigen Arztgruppen hätte demnach schon die Ordinationsgebühr ausgereicht, um das Regelleistungsvolumen auszuschöpfen. Hier muss nachgebessert werden.
Der Beschluss des Bewertungsausschusses verschafft den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Zeit. EBM und Regelleistungsvolumen treten zwar am 1. April 2005 in Kraft; die KVen haben aber die Möglichkeit, in einer Übergangsphase für maximal drei weitere Quartale neben dem neuen EBM ihre alte Mengensteuerung beizubehalten. Der Vorteil dieser Regelung liegt auf der Hand: Nach dem zweiten Quartal 2005 liegen „echte“ Abrechnungsergebnisse nach der neuen Gebührenordnung vor. Diese Erkenntnisse lassen sich nicht simulieren, weil alter und neuer EBM in der Struktur grundverschieden sind. Die „harten“ Abrechnungsdaten können in die Gestaltung der Regelleistungsvolumen einfließen, sodass manche böse Überraschungen vermieden werden können.
Die kluge Entscheidung des Bewertungsausschusses spricht für die Handlungsfähigkeit der von der Politik misstrauisch beäugten gemeinsamen Selbstverwaltung. Doch eine weitere Bewährungsprobe steht noch an: der feste Punktwert von 5,11 Cent als Kalkulationsgrundlage für die Bewertung der ärztlichen Leistungen. Die KBV will daran unbedingt festhalten, während die Kassen den Punktwert den Verhandlungen „vor Ort“ überlassen möchten. Bis zum 31. August 2005 soll auch hier die Entscheidung fallen. Josef Maus
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