ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2004Integrierte Versorgung: Nicht alles Gold, was glänzt

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Integrierte Versorgung: Nicht alles Gold, was glänzt

Blöß, Timo

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Auch über Medizinische Versorgungszentren können sich Ärzte an der Integrierten Versorgung beteiligen. Foto: Georg Lopata
Auch über Medizinische Versorgungszentren können sich Ärzte an der Integrierten Versorgung beteiligen. Foto: Georg Lopata
Experten raten zur genauen Überprüfung.
Rund 170 Verträge zur Integrierten Versorgung wurden bis Anfang Oktober bundesweit abgeschlossen. Das erklärte Dr. med. Leonhard Hansen bei einer AOK-Veranstaltung in Berlin. Man dürfe aber nicht für jeden Schnupfen ein neues Vertragsmodell schaffen, mahnte der Zweite Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Andernfalls steuere man geradewegs in eine „Integrierte Versorgung light“. Am Ende fehle das Geld bei den Projekten, die dem ursprünglichen Leitgedanken der Integrierten Versorgung gerecht würden.
Tatsächlich gehen derzeit zahlreiche Anträge bei den Krankenkassen ein. Allein bei den Ortskrankenkassen seien in den vergangenen Monaten mehr als 1 500 Anträge eingereicht worden, sagte Fritz Schösser, Verwaltungsratsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Diese gelte es genau zu prüfen. Denn nicht alles, was unter dem Stichwort „Integrierte Versorgung“ gehandelt werde, entspreche der ursprünglichen Idee. Vielen sei in erster Linie daran gelegen, einen Teil des eigens für die Integrierte Versorgung geschaffenen Budgets abzuschöpfen. Im Rahmen der Gesundheitsreform ist dafür ein Prozent der Gesamtvergütung vorgesehen.
Qualität und Zuspruch zur Integrierten Versorgung lassen sich nach Ansicht des KBV-Vorsitzenden, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, noch verbessern. Viele niedergelassene Ärzte fühlten sich von den nur schwer überschaubaren Paragraphen überfordert. Deswegen sei es notwendig, das Gesetz so zu gestalten, dass auf Wunsch der Leistungserbringer auch die Organe der Selbstverwaltung in den Gestaltungsprozess eingebunden werden können. TB
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