ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1996Vergleich von Früherkennungsmammographien

MEDIZIN: Referiert

Vergleich von Früherkennungsmammographien

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LNSLNSLNSLNS Mit mammographischen Aufnahmen in zwei Ebenen werden bei einem routinemäßigen radiologischen Screening 24 Prozent mehr Mammakarzinome entdeckt als bei Aufnahmen, die in nur einer Ebene gemacht werden. Damit sind kraniokaudale und seitliche Aufnahmen medizinisch effektiver als eine einzelne seitliche Aufnahme, da mehr verdächtige Bezirke sicher entdeckt werden konnten und weniger Frauen zu Zweitaufnahmen wieder einbestellt werden mußten. Dies ist das Ergebnis einer multizentrischen englischen Studie mit 40 163 Teilnehmerinnen im Alter von 50 bis 64 Jahren ohne bekannte Vorerkrankungen der Brüste, bei denen die erste mammographische Vorsorgeuntersuchung vorgenommen wurde. Die Frauen wurden in neun englischen Früherkennungszentren per Zufallsverfahren in drei Gruppen eingeteilt.
Bei einer Gruppe wurde eine seitliche Aufnahme angefertigt, bei der zweiten seitliche und kraniokaudale Mammographiebilder. Bei der dritten Gruppe wurden auch zwei Aufnahmen gemacht, diese wurden jedoch unterschiedlich ausgewertet: Ein Untersucher erhielt lediglich die seitliche Aufnahme, während der zweite beide Bilder zur Diagnosefindung benutzen konnte. Anschließend wurde die Diagnose durch eine Probenentnahme aus der betroffenen Brust gesichert. Die Prävalenz der entdeckten Karzinome pro 1 000 untersuchten Frauen lag bei zwei beurteilten Ebenen in der Mammographie bei 6,84, bei einer Ebene bei 5,52. In den Gruppen mit dem aufwendigeren Verfahren mußten 15 Prozent weniger Frauen zu nachfolgenden Kontrollmammographien einbestellt werden.
Obwohl Aufnahmen in zwei Ebenen zunächst etwas teurer waren, waren die Kosten pro damit entdecktem Mammakarzinom schließlich nur noch grenzwertig höher – ungeachtet des zusätzlichen Vorteils der höheren Früherkennungsrate. silk
Wald NJ, Murphy P et al: UKCCCR multicentre randomised controlled trial of one and two view mammography in breast cancer screening. BMJ 1995, 311: 1189–1193.
Prof. Nicholas J Wald, Cancer Research Campaign, Cancer Screening Research Group, Wolfson Institute of Preventive Medicine, St. Bartholomew’s Hospital Medical College, London EC1M6BQ, Großbritannien

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