ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2004Kassenärztliche Vereinigungen: Gemeinsam stärker

EDITORIAL

Kassenärztliche Vereinigungen: Gemeinsam stärker

Bühring, Petra

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LNSLNS Bei den Wahlen zu den Vertreterversammlungen (VVen) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) konnten die „reinen“ Berufsverbände der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten – „rein“ im Gegensatz zu den mit ärztlichen Psychotherapeuten „gemischten“ Verbänden – große Erfolge für ihre Kandidaten verbuchen: Die Vereinigung der
Kassenpsychotherapeuten e.V. hat 21 Sitze in den Delegiertenversammlungen der Länder-KVen und der Deutsche Psychotherapeutenverband e.V. (DPTV) elf. Die beiden Verbände – die in einem Jahr fusionieren wollen – haben damit bundesweit zusammen 60 Prozent der für Psychologische Psychotherapeuten möglichen Delegiertensitze inne. Zur Erinnerung: Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können höchstens zehn Prozent der Vertreter in den Parlamenten der Kassenärzte stellen. Die Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten, die im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2000 von 30 auf 40 Prozent zugelegt hat, ist damit als einziger Psychotherapeutenverband in allen KVen (mit Ausnahme von Hamburg) vertreten. In den neuen Bundesländern ist der Berufsverband als einziger vertreten – dort kann aufgrund der geringen Größe der VV allerdings auch nur ein Vertreter der Psychologischen Psychotherapeuten gewählt werden.
Die „gemischten“ Berufsverbände mussten dagegen – zumindest im Hinblick auf ihre Delegierten aus dem Lager der Psychologen – Abstriche in Kauf nehmen: Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) hat fünf Sitze in den Länderparlamenten bundesweit, der Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (BVVP) vier Sitze. Vielleicht steckt hinter der mangelnden Wählergunst der Gedanke, dass nur „reine“ Psychologenverbände kompromisslos die spezifischen Interessen vertreten könnten. Dieser Vorbehalt sollte überdacht werden, schließlich tragen die gemischten Verbände zum Zusammenhalt der Psychotherapeuten unabhängig vom Grundberuf bei. Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten haben die gleichen Probleme – die acht ärztlichen Vertreter des BVVP (vier von der DGPT) in den VVen vertreten die Interessen der Psychotherapeuten. In die Parlamente wurden auch, wegen eines zugunsten von kleinen Facharztgruppen geänderten Wahlverfahrens, mehr ärztliche Psychotherapeuten gewählt als früher. Auch das spricht für den integrativen Ansatz, wie ihn immer schon die BVVP-Vorsitzende Dr. med. Birgit Clever vertreten hat, die jetzt zur VV-Vorsitzenden der neu formierten Groß-KV Baden-Württemberg gewählt wurde. Gemeinsam ist man stärker.
Eine Überraschung ist die Wahl des Psychologischen Psychotherapeuten Rudi Bittner zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der KV Bayerns (siehe Artikel in diesem Heft). Zusammen mit dem Facharzt und wiedergewählten Vorsitzenden Dr. med. Axel Munte wird er künftig die Geschicke der größten KV Deutschlands lenken. Dies ist das höchste KV-Amt, das ein Psychologischer Psychotherapeut jemals inne hatte – möglich war das nur, weil ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten zusammen gehalten haben. Petra Bühring
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