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Lexikon: Klonen

Dtsch Arztebl 2004; 101(48): A-3292 / B-2792 / C-2644

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Unter Klonen versteht man die ungeschlechtliche Vermehrung von Zellen oder Organismen, wobei genetisch identische Individuen entstehen. Das 1996 „erzeugte“ Schaf Dolly war das erste Beispiel für einen Klon, der durch Kernübertragung aus einer Körperzelle eines erwachsenen Säugetieres in eine Eizelle, deren Zellkern zuvor entfernt worden war, gewonnen wurde. Im Februar 2004 gelang es südkoreanischen Forschern, durch Kerntransfer 30 menschliche Blastozysten herzustellen und daraus eine Linie embryonaler Stammzellen zu gewinnen. Die Idee ist, patienteneigene Zellkerne in entkernte Zellkerne zu implantieren und diese über die Stufe der Blastozyste bis zum Stadium der embryonalen Stammzellen zu verbreiten. Aus den gewonnenen autologen embryonalen Zellen können dann spezifische Zellen für Transplantate in unbegrenzter Zahl hergestellt werden, von denen man sich die Heilung schwerer Krankheiten verspricht. Die Herstellung und Verwendung menschlicher Klon-Embryonen wird kontrovers diskutiert. Das Verfahren schließt nämlich nicht nur die Inkaufnahme der Vernichtung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken, sondern auch deren Erzeugung eigens zu diesem Zweck ein. Im Mittelpunkt der ethischen Diskussion steht die Frage, ob und in welchem Ausmaß Schutzansprüche des Embryos verletzt werden. Es wird außerdem befürchtet, dass eine Zulassung des „therapeutischen Klonens“ einen Dammbruch hin zu einem „reproduktiven Klonen“, das heißt der Anwendung des Verfahrens zu Fortpflanzungszwecken zur Folge haben könnte. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Herstellung oder Verwendung von Embryonen zu einem anderen Zweck als dem, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Kli
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