ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2004Arztbriefe: Auf dem Weg zum Event-Krankenhaus

BRIEFE

Arztbriefe: Auf dem Weg zum Event-Krankenhaus

Dtsch Arztebl 2004; 101(50): A-3409 / B-2885 / C-2732

Eiter, Karl

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LNSLNS Es fällt zunehmend schwerer, bei Antworten auf Artikel, die sich um DRG, MDK, Qualitätssicherung etc. drehen, sachlich zu bleiben. Sie irren, und dies fundamental, wenn Sie den Arztbrief als Steuerungs- und Dokumentationsdokument herauskristallisieren wollen. Sie irren, wenn Sie den Arzt verstärkt in eine ökonomisch-organisatorische Rolle wachsen sehen wollen – in die juristische ist er ohnedies schon gewachsen. Mein Chefarzt während der Assistenzzeit an einer Inneren Abteilung hätte mich geprügelt, wäre ich im Arztbrief nicht kurz und präzise geblieben. Dem niedergelassenen Kollegen mitzuteilen, dass sein Patient inkontinent ist, wäre einer Frechheit gleichgekommen; das wusste der länger als wir Kollegen im Krankenhaus es wussten.
Der Arztbrief ist und bleibt die Dokumentation unter Ärzten und die Mitteilung dessen, was medizinisch für den weiterbehandelnden Kollegen von Bedeutung ist. Punkt.
Seit 25 Jahren gehöre ich dem Medizinbetrieb an. Es ist für mich nicht erkennbar, dass Medizin in Deutschland in dieser Zeit qualitativ besser und gleichzeitig billiger geworden wäre. Eins ist mit Sicherheit erkennbar: Es wird die Zeit kommen, wo kein Arzt mehr zur Verfügung stehen wird. Im Bereich der niedergelassenen allgemeinärztlichen Versorgung ist dieser Trend erschreckend erkennbar. Ob der MDK die Hausbesuche fahren wird, der Controller die Appendektomie macht, der EDV-Beauftragte die Nachtdienste im Krankenhaus verrichten wird, dies steht zu bezweifeln. Andererseits sind wir bei einer derartigen Laienspielschar dann vielleicht auf dem richtigen Weg zum Event-Krankenhaus. Krankheit muss endlich wieder Spaß machen!
Dr. med. Karl Eiter
Berggrabenweg 40 A,
98693 Ilmenau-Manebach
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