ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2004Atemwegsinfektionen: Superinfektion kann zu Komplikationen führen

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Atemwegsinfektionen: Superinfektion kann zu Komplikationen führen

Dtsch Arztebl 2004; 101(50): A-3442

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Bei akuten Erkrankungen steht die Bronchitis – charakterisiert durch zähen Schleim, Husten und Luftnot – an erster Stelle aller in den Allgemeinpraxen gestellten Diagnosen. Obwohl die akute Phase der Infektion viral bedingt ist, finden sich bei 70 Prozent der Patienten Bakterien im Sputum. Nicht alle Bronchitis-Patienten sollten aber sofort antibiotisch behandelt werden. Ob Antibiotika eingesetzt werden müssen, hängt vom Allgemeinzustand, der Rezidivneigung, von der Sputumbeschaffenheit und vom Alter des Patienten ab.
Für die Praxis hat sich bewährt, die Patienten mit Atemwegsinfektionen in Risikoklassen einzuteilen.
- Risikoklasse 1 umfasst Patienten ohne Zweiterkrankung mit interkurrenten bronchopulmonalen Infektionen. Haupterreger einer akuten Bronchitis sind zwar Viren, allerdings kann eine bakterielle Superinfektion vorliegen. In Fällen einer Pneumonie sind Streptococcus pneumoniae oder atypische Erreger wie Chlamydien, Mykoplasmen oder Legionellen vorherrschend.
- Risikoklasse 2 betrifft immunkompetente Patienten mit bestehender pulmonaler Grunderkrankung wie Asthma oder COPD. Haupterreger sind Haemophilus influenzae und Pneumokokken.
- Risikoklasse 3 umfasst Patienten mit exazerbierter COPD und ausgeprägten Bronchialobstruktionen sowie alte und multimorbide Patienten und solche mit einem geschwächten Immunsystem. Haupterreger sind fast ausschließlich gramnegative Erreger wie H. influenzae und Enterobacteriaceae.
Der niedergelassene Arzt wird in erster Linie mit den Risikoklassen 1 und 2 konfrontiert. Hier ist es wichtig, dass die antibiotische Therapie alle relevanten Infektionserreger zuverlässig erfasst und bakerizid wirkt.
Antibiotika-Wechsel beugt Resistenzen vor
Ein relevantes Problem ist die Antibiotika-Resistenz vieler Erreger von Atemwegsinfektionen geworden. In der Pneumologie fällt die wachsende Resistenz von Pneumokokken gegen Makrolid-Antibiotika besonders ins Gewicht. In Deutschland sind etwa 16 Prozent der Stämme gegen Makrolide und circa zwei Prozent gegen Penicilline resistent. In manchen Kinderarztpraxen aber sind bis zu 25 Prozent der Pneumokokken gegen Makrolide resistent. In Praxen, in denen zwischen unterschiedlichen Antibiotika gewechselt werde, läge dagegen die Resistenzrate bei nur zwei Prozent, berichtete Prof. Dieter Adam (München).
Wichtig ist aber auch, Antibiotika zu verwenden, die schnell bakterizid wirken und ein breites Erregerspektrum erfassen, das alle die zu erwartenden relevanten Bakterien beinhaltet. Alle genannten Anforderungen an ein Antibiotikum gegen bakterielle Atemwegsinfektionen erfüllt das 8-Methoxy-Fluorchinolon Moxifloxacin (Actimax®), das sowohl grampositive als auch gramnegative Erreger inklusive Makrolid- und Penicillin-resistente Pneumokokken und H.-influenzae-Stämme sowie atypische Erreger sicher erfasst. Dabei muss das Antibiotikum nur einmal täglich in einer Dosis von 400 mg eingenommen werden.
Eine bakterielle Superinfektion einer akuten viral verursachten Sinusitis kann zu Komplikationen führen, die antibiotisch behandelt werden müssen. Das ist eine Indikation für Moxifloxacin. In einer multizentrischen Studie mit 493 Patienten mit bakterieller Sinusitis wurden täglich einmal 400 mg Moxifloxacin sieben Tage lang oder Cefuroxim-Axetil in der täglichen Dosierung von zweimal 250 mg zehn Tage lang verabreicht. Mit einer klinischen Heilungsrate nach 14 Tagen von 96,7 Prozent sei Moxifloxacin dem Cephalosporin mit 90,7 Prozent deutlich überlegen gewesen, berichtete Prof. Gerd Höffken (Dresden).
Moxifloxacin bei ambulant erworbenen Pneumonien
Das vorgeschädigte Bronchialsystem bei chronischer Bronchitis ist besonders anfällig für bakterielle Infektionen. Es kommt immer wieder zu Exazerbationen, die sehr erfolgreich mit Moxifloxacin bekämpft werden können. Das zeigte auch die MOSAIC*-Studie, in der Moxifloxacin eine deutlich höhere klinische Heilungsrate erzielte als Amoxicillin, Clarithromycin oder Cefuroxim. Darüber hinaus verlängerte Moxifloxacin das krankheitsfreie Intervall zwischen den akuten Exazerbationen.
In der Moxifloxacin-Gruppe vergingen im Durchschnitt 131 Tage bis zur nächsten Exazerbation, in den Gruppen mit den anderen Antibiotika waren es durchschnittlich nur 104 Tage. Nach den Therapieempfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft gehört Moxifloxacin zu den Antibiotika, die bevorzugt gegen ambulant erworbene Pneumonie eingesetzt werden sollten. Siegfried Hoc

Pressegespräch: „Moderne Antibiotika-Therapie in der niedergelassenen Praxis – Stellenwert der Chinolone“ der Firma Sankyo Pharma in München
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