ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2004Angst- und Zwangsstörungen: Theorie und Praxis

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Angst- und Zwangsstörungen: Theorie und Praxis

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LNSLNS Angst- und Zwangsstörungen können effizient mit Konfrontationsverfahren behandelt werden. Werden diese Verfahren in der ambulanten Versorgung tatsächlich eingesetzt? Diesem Thema sind Wissenschaftler aus Bamberg nachgegangen. Sie befragten 138 niedergelassene ärztliche und psychologische Verhaltenstherapeuten zum therapeutischen Vorgehen bei Patienten mit Ängsten und Zwängen. 83 Prozent der Therapeuten setzten bei Patienten mit Angststörungen und 79 Prozent bei Patienten mit Zwangsstörungen mindestens ein Konfrontationsverfahren ein. „14 Prozent der Therapeuten greifen dagegen weder bei Angst- noch bei Zwangspatienten auf ein Konfrontationsverfahren zurück“, berichten die Autoren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ungefähr ein Viertel der Patienten die Reizkonfrontationstherapie verweigert oder diese vorzeitig beendet. Die meisten Therapeuten wählten ein abgestuftes Vorgehen. 61 Prozent gaben an, den Schwierigkeitsgrad der Übungen schrittweise zu erhöhen, wohingegen zehn Prozent meistens massierte Konfrontationen anwandten. Übungen in der Vorstellung und in der Realität werden etwa gleich häufig praktiziert. Die Autoren kritisieren dies, weil die Konfrontation in vivo nachweislich sehr effizient ist. Nur eine Minderheit der Therapeuten plant für Konfrontations-übungen eine Doppelsitzung oder mehr ein und führt die Übungen außerhalb des therapeutischen Settings durch. ms

Roth C, Siegl J, Aufdermauer N, Reinecker H: Therapie von Angst- und Zwangspatienten in der verhaltenstherapeutischen Praxis. Verhaltenstherapie 2004; 14: 16–21.

Prof. Dr. Hans Reinecker, Lehrstuhl Klinische Psychologie und Psychotherapie, Markusplatz 3, 96045 Bamberg, Telefon: 09 51/8 63-18 84
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