ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1996Engagierte Diskussion, aber keine Beschlüsse

POLITIK: KBV-Vertreterversammlung

Engagierte Diskussion, aber keine Beschlüsse

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Peter Sauermann begrüßte zur 11. und letzten Sitzung der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in dieser Amtsperiode unter anderem zahlreiche Politiker und Vertreter ärztlicher Organisationen. Auch Repräsentanten "befreundeter Organisationen anderer Heilberufe" hieß der Vorsitzende der Vertreterversammlung in Köln willkommen.
Winfried Schorre forderte unter dem Beifall der Delegierten: "Das Budget muß weg." Die Kassenärzte, so der Erste Vorsitzende der KBV, wollten statt dessen mehr Verantwortung für eine aktive effiziente Ausgabensteuerung übernehmen. Schorre zog zugleich eine Bilanz der zurückliegenden vier Jahre – die "mit Abstand schwierigste Phase der kassenärztlichen Selbstverwaltung" (dazu der Beitrag "Kassenärzte wollen sich von Budgetfesseln befreien").
Karsten Vilmar appellierte an die Geschlossenheit der Ärzte. "Nur wenn wir gemeinsam sektorübergreifend unsere ärztliche Argumentation einbringen, können wir gehört werden. Ansonsten wird die Politik entscheiden und das regeln, was sie für notwendig hält. Wir sollten uns auf große gemeinsame Ziele besinnen", forderte der Präsident der Bundesärztekammer in seinem Grußwort an die Delegierten.
Horst Seehofer sieht das Gesundheitswesen am Wendepunkt. Hinreichende Rationalisierungsreserven gebe es keine mehr, vielmehr stehe die gesetzliche Krankenversicherung am Rande der Rationierung, sagte der Bundesgesundheitsminister. Um das Versorgungsniveau halten zu können, müsse mehr Geld ins System (dazu der Beitrag "Seehofer: Nein zu Kassenplänen").
Die Delegierten nutzten die Gelegenheit, um dem Bundesgesundheitsminister die aktuellen Probleme der Kassenärzte darzulegen. Schwerpunkt der engagiert geführten Diskussion war das Arznei- und Heilmittelbudget. Heftige Kritik richtete sich auch gegen das Sparprogramm der Krankenkassen.
Beschlüsse konnten am Ende des langen, rund neunstündigen Sitzungstages nicht mehr getroffen werden – die bis dahin vorliegenden knapp zwei Dutzend Anträge konnten zu fortgeschrittener Stunde wegen Beschlußunfähigkeit nicht mehr abgestimmt werden. Kli

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote