ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2005Standpunkt: Kliniksterben?

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Standpunkt: Kliniksterben?

Dtsch Arztebl 2005; 102(1-2): A-80 / B-68 / C-64

Beyer-Rehfeld, Angelika

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LNSLNS Werden es nun 300 oder 600 oder mehr Krankenhäuser sein, die in den nächsten Jahren „vom Markt verschwinden“? Nun, die Meinungen gehen hier ein wenig auseinander, aber auf jeden Fall sind es sehr, sehr viele. Wer so auf der Kippe steht – wir erfahren ja auch, dass es vor allem die kleinen und die kommunalen Häuser sein werden –, hat natürlich enormen Beratungsbedarf. Die Situation ist ganz sicher sehr schwierig für viele Krankenhäuser. Doch so eindimensional, wie solche Voraussagen ihren Weg in die Öffentlichkeit finden, wird die Entwicklung der Krankenhäuser nicht verlaufen. Es wird vermutlich Insolvenzen geben, doch reihenweise? Was sich allein in diesem zu Ende gehenden Jahr im Krankenhausmarkt bewegt hat, stellt eine neue Qualität dar. Das Management der Kliniken hat hier – gemeinsam mit den Belegschaften – Enormes geleistet. Dabei hatten und haben auch kleine Häuser ihre Chancen. Ich habe nicht gezählt, wie viele Kooperations-, Fusions-, Integrationsverträge gemeldet wurden. Ich bin aber sicher, dass sie die der vergangenen Jahre bei weitem übertreffen. Dabei haben sich auch immer wieder kommunale Häuser als flexibel und veränderungsfreudig gezeigt. Das Klischee vom veränderungsunwilligen oder gar unfähigen deutschen Krankenhausmanager, das nach wie vor immer mal wieder bemüht wird, stimmt so längst nicht mehr. Und dieser Manager wäre höchstwahrscheinlich noch flexibler, wenn er klare Rahmenbedingungen hätte. Zeige mir jemand eine Branche, wo seit Jahren mit so vielen Unwägbarkeiten und gleichzeitig mit so vielen permanenten politischen Eingriffen eine doch immerhin kontinuierliche, sehr beachtliche Qualität geliefert wird. Ihr Umsatzvolumen schlägt das anderer, von der Politik wesentlich mehr beachteter Branchen bei weitem. Und es wird fast ausschließlich hier im Land erwirtschaftet. Das klingt vielleicht komisch, kann aber angesichts der Abwanderung anderswo ja auch mal gesagt werden. Viele Wirtschaftszweige profitieren von den Krankenhäusern. Rund eine Million Menschen sind im Krankenhausbereich beschäftigt. Sie kosten nicht nur, sie leisten vor allem. Und sie zahlen hier ihre Steuern. Angelika Beyer-Rehfeld
Krankenhaus Umschau 12/2004
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