ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2005Internet-Recherche zur Verhaltenstherapie: Großes Angebot

WISSENSCHAFT

Internet-Recherche zur Verhaltenstherapie: Großes Angebot

Eichenberg, Christiane

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www.verhaltenstherapie.de
www.verhaltenstherapie.de
Ein Überblick über empfehlenswerte Seiten zur Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie (VT) ist nicht die Bezeichnung für einen einzelnen psychotherapeutischen Ansatz, sondern steht für eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze und Techniken. Ihnen gemeinsam ist ein lerntheoretisches Grundverständnis für die Genese und Therapie von psychischen Erkrankungen. Die vorgestellten Internet-Ressourcen können daher nicht alle vorliegenden behavioralen und kognitiven Therapiekonzepte und -methoden berücksichtigen, sondern bieten einen Überblick zu Fachverbänden, Aus- und Weiterbildungsinstituten, Zeitschriften sowie Möglichkeiten des internetbasierten kollegialen Austausches.
Fachverbände
Zahlreiche Fachverbände nutzen das Internet zur Außendarstellung. Die Verhaltenstherapie wird zum Beispiel durch die Web-Auftritte der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT) (www.dgvt.de) und der Deutschen ärztlichen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT) (www.daevt.de) vertreten. Die DGVT stellt unter anderem Informationen des Aus- und Weiterbildungsreferats sowie eine Liste der DGVT-Supervisoren zur Verfügung, Arbeitsgruppen werden vorgestellt und aktuelle Stellenangebote aufgeführt. Auf den Seiten der DÄVT gibt es eine Datenbank von Psychotherapeuten und Kliniken, die Verhaltenstherapie sowie Hinweise zu Möglichkeiten der ärztlichen Psychotherapieweiterbildung anbieten. Der Deutsche Fachverband für Verhaltenstherapie e.V. (DVT) (www.verhaltenstherapie.de) listet seine assoziierten Ausbildungsinstitute auf; ein internetimmanent integriertes „Frequently Asked Questions“ (FAQ) beantwortet Fragen zu „Was kann VT bei Schlafstörungen erreichen?“ und „VT bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen“.
Interessierte an einer Aus- oder Weiterbildung in der Verhaltenstherapie können das Internet nutzen, um sich über die Curricula einzelner Institute zu informieren. Eine Übersicht über staatlich anerkannte Ausbildungsinstitute bietet die Webseite (http://de.geocities.com/ppianetz/institute.html), die der Vernetzung von Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung (PPiA) dienen soll. Dass das Internet auch in der psychotherapeutischen Ausbildung didaktisch eingesetzt werden kann, zeigt das www-Angebot von Prof. Lyle Grant, Athabasca University, Canada (psych.athabascau.ca/html/prtut/reinpair.htm). Mit einem Online-Tutorial zur klassischen verhaltenstherapeutischen Technik der positiven Verstärkung werden Studierende der Psychologie oder in Ausbildung befindliche Psychotherapeuten in das Konzept eingeführt und können diese Technik interaktiv anhand einer Reihe von Beispielen einstudieren.
Die Fachzeitschrift „Verhaltenstherapie“ ist das offizielle Mitteilungsorgan für die klinischen Fort- und Weiterbildungsinstitute sowie für die Verbände im Bereich der Verhaltenstherapie. Unter www.karger.com/journals/ver sind die Inhaltsverzeichnisse aller Ausgaben seit 1998 sowie die Abstracts der Beiträge abrufbar. Die Verbandszeitschrift der DGVT „Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis (VPP)“ erhalten Mitglieder kostenfrei. Interessierte können im Internet jeweils die Inhaltsverzeichnisse einsehen und Einzelausgaben bestellen (www.dgvt-verlag.de). Die „Rosa Beilage“, Supplement der VPP mit aktuellen berufspolitischen Informationen, ist online frei zugänglich (www.dgvt.de/index.html?vpp/index.html~Main). „Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin“, das Mitteilungsorgan des Deutschen Fachverbandes für Verhaltenstherapie e.V. (DVT) und der Arbeitsgemeinschaften für Verhaltensmodifikation (AVM) in Österreich (www. verhaltenstherapie-avm.at) und Deutschland (www. verhaltenstherapie-online. de), listet im Internet die Inhaltsverzeichnisse der Zeitschrift seit 1994 auf; ab 1998 sind Abstracts vorhanden und eine Ausgabe aus dem Jahr 2001 kann exemplarisch im Volltext eingesehen werden (www.pabstpublishers.de/
Psychologie/psyzeit/v_u_v/ index.html). Darüber hinaus ist „Psychotherapie im Dialog (PID)“ (www.thie me.de/pid) zu nennen, eine psychotherapeutische Fachzeitschrift, die in jeder Ausgabe einen Themenschwerpunkt aus der Sicht unterschiedlicher Therapierichtungen behandelt. Internationale Zeitschriften zum Thema können leicht über PSYCLINE (www.psycline.org) recherchiert werden, einer Datenbank von mehr als 2 000 psychologischen und sozialwissenschaftlichen Zeitschriften, die nach Stichworten durchsucht werden kann. Die Eingabe von „behavior therapy“, zum Beispiel, verweist auf die Internet-Auftritte der Zeitschriften „Cognitive and Behavioral Practice“, „Behavior Therapy“ und „Journal of Behavior Therapy & Experimental Psychiatry“.
Behavior OnLine (www.behavior.net/ forumfront.html) ist ein Diskussionsforum, in dem verschiedene psychotherapierelevante Themen diskutiert werden. Alle Postings sind archiviert und somit unterschiedliche Fragestellungen nachlesbar (www.behavior.net/forums/cogni tive/1996/). Das Deutschsprachige Forum für Psychotherapie (DPI e.V.) (www.psychotherapie.org) ist eine Kommunikationsplattform für Psychotherapeuten sowie Studierende der Medizin und Psychologie. Es besteht seit 1996 und wird inzwischen von mehreren Hundert Teilnehmern frequentiert. Angestrebt wird eine psychotherapieschulen- und länderübergreifende Vernetzung von Psychotherapeuten, die in Mailinglisten auch auf verhaltenstherapeutische Methoden und Intervisionen fokussiert.
Eine leicht verständliche Einführung in die Entstehungsgeschichte, Theorie und Methoden der Verhaltenstherapie, die sich für Laien eignen und auf die Fachleute bei Bedarf ihre Klientel hinweisen können, findet sich auf den Web-Seiten des Psychiatrienetzes (www.psychiatrie.de/website/index.php?/f,11639, 12257/). Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse informiert umfassender mit der Möglichkeit der weiteren Recherche mit einer Reihe von Verweisen (www.neuro24.de/verhaltens_therapie.htm). Eine reichhaltige Sammlung zu Internet-Ressourcen zur Verhaltensmedizin, die verhaltenstherapeutische Methoden in Diagnostik, Prävention und Behandlung körperlicher Erkrankungen einsetzt, bieten Dohrenbusch und Kaspers (1).

Literatur
1. Dohrenbusch R & Kaspers FA: Verhaltensmedizin im Internet. In: Ott R & Eichenberg C (Hrsg.). Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung. Göttingen: Hogrefe 2003: 62–76.

Dipl.-Psych. Christiane Eichenberg
Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie,
Universität zu Köln, E-Mail: eichenberg@uni-koeln.de, Internet: www.christianeeichenberg.de
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