ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1996Therapie mit Glukokortikoiden: Krankheitsadaptierte Anwendung

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Therapie mit Glukokortikoiden: Krankheitsadaptierte Anwendung

Pohlmann, Birgit-Kristin

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LNSLNS Das therapeutische Potential von Glukokortikoiden läßt sich über eine Modifikation des Applikationsintervalls besser nutzen. Eine solche krankheitsadaptierte Behandlung ist effektiver und ärmer an Nebenwirkungen. Sie eröffnet darüber hinaus die Chance, die immer noch weitverbreitete Kortisonangst zu minimieren.
Ausmaß und Dauer der spezifischen Glukokortikoid-Wirkungen hängen von der quantitativen und zeitlichen Verfügbarkeit des Steroids am Wirkort ab, betonte Prof. Helmut Möllmann (Bochum) auf einem Workshop der Firma Hoechst in Wiesbaden. Die hierfür verantwortli- chen pharmakodynamischen Wechselwirkungen lassen sich durch ausreichend wirksame, über einen längeren Zeitraum gleichmäßig vorhandene SteroidKonzentration optimieren.
Derartige Bedingungen werden in der Regel nicht durch eine Einmalgabe erreicht, erklärte Möllmann. Er empfiehlt daher, durch verteilte, niedrige Dosen Glukokortikoide krankheitsadaptiert einzusetzen und gleichzeitig noch Substanz zu sparen: Im Rahmen pharmakokinetisch-pharmakodynamischer Modelle mit Methylprednisolon und Prednisolon hatte Möllmann zeigen können, daß sich mit Mehrfachgaben kleiner Dosen relativ stärkere Wirkungen erzeugen lassen als durch höhere Dosierungen mit längeren Applikationsintervallen.
Denn: Ab einer bestimmten Dosisstufe bewirkt die Erhöhung der Dosis keine quantitative Zunahme, wohl aber eine zeitliche Verlängerung der Wirkung. Dies wurde durch Studien mit Probanden bestätigt. Die weitere Rationale dieser Vorgehensweise besteht darin, die Gesamttagesdosis, die notwendig wäre, um den angestrebten Effekt über 24 Stunden aufrechtzuerhalten, im Vergleich zur zirkadianen Therapie zu reduzieren.
Mit Prednicarbat Schaum steht eine topische Applikationsform zur Verfügung, die bei geringer Dosierung eine schnelle Wirkung bei entzündlichen Dermatosen, inklusive des Erythema solare, erwarten läßt, erklärte Prof. Irene Tausch (Hamburg). Im Rahmen einer plazebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Phase-IIStudie hat Tausch 20 Probanden jeweils vier UVB-Belichtungsstufen ausgesetzt.
Unmittelbar nach der Belichtung und nach acht Stunden wurde jeweils eines der vier Belichtungsfelder auf dem Rücken der Probanden mit 20 mg Prednicarbat Schaum (0,05 mg Prednicarbat), mit 20 mg Ultralan Milch (0,05 mg Fluocortolon-21-privalat; 0,05 mg Fluocortolon-21-hexanoat) oder mit 20 mg Schaum-Vehikel okklusiv behandelt. Die Intensität des Erythems wurde nach acht und 24 Stunden beurteilt. Zu allen Meßzeitpunkten zeigten sich signifikante Unterschiede zugunsten von Prednicarbat Schaum im Vergleich zu der Behandlung mit Ultralan Milch und dem Schaum-Vehikel. Die Messungen der Erythemintensität mit dem Kolorimeter ergaben unter Prednicarbat Schaum nach acht Stunden bis zur Bestrahlungsintensität von zwei MED (minimale Erythemdosis) eine komplette und bei 2,5 MED eine partielle Suppression des UVB-Erythems. Auch nach 24 Stunden war der Erythem-suppressive Effekt durch Prednicarbat Schaum in allen vier Belichtungsfeldern noch meßbar. Ultralan Milch bewirkte eine Abschwächung der Erythemintensität nach acht und 24 Stunden bis zu 2 MED. Bei 2,5 MED bestanden kaum Unterschiede zu den bestrahlten, nichtbehandelten Feldern. Die Ergebnisse der visuellen Bewertung stimmten mit denen der Kolorimetrie überein.
Tausch folgerte aus diesen Ergebnissen eine signifikante Überlegenheit von Prednicarbat Schaum in der Unterdrückung des UVB-Erythems im Vergleich zu Ultralan Milch und der wirkstoffreien Grundlage. Die totale Erythemsuppression nach acht Stunden demonstriert, so Tausch, den ausgeprägten vasokonstriktorischen Effekt von Prednicarbat. Birgit-Kristin Pohlmann
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