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Lexikon: Kopfprämie

Dtsch Arztebl 2005; 102(3): A-160 / B-132 / C-128

Clade, Harald

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LNSLNS Die Gesundheits- oder Kopfprämie entkoppelt den bisher lohnbezogenen Arbeitgeberbeitrag zur Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) von dieser Basis und schreibt für jeden gesetzlich Versicherten gleich hohe Kopfbeiträge vor. Die Prämie kann allerdings je nach Kasse variieren. Nach der von der CDU/CSU ins Gespräch gebrachten Finanzierungslösung müssten alle GKV-Versicherte pauschale Prämienzahlungen an die Krankenkassen leisten – den CDU/CSU-Vorstellungen zufolge für jeden erwachsenen Versicherten 169 Euro je Monat (für jedes Kind weitere 78 Euro). Gleichzeitig mit der Entkoppelung von der Lohnbezugsbasis soll der bisherige Arbeitgeberanteil zur Kran­ken­ver­siche­rung zunächst eingefroren und künftig mit dem Bruttolohn und -gehalt in einem einmaligen Umbuchungsakt ausbezahlt werden. Damit würden die gesundheitssystembedingten Arbeitskosten von der Ausgabenentwicklung entkoppelt. Der soziale Ausgleich zugunsten Einkommensschwacher erfolgte in diesem Finanzierungsmodell nicht mehr innerhalb des Kran­ken­ver­siche­rungssystems, sondern über das Steuersystem. Geringverdiener, die die Einheitsprämie nicht aufbringen könnten, erhielten einen Zuschuss vom Fiskus. Dieser müsste dann über die Steuererklärung die Zuschussbedürftigkeit prüfen. Falls die Gesundheitsausgaben und damit die Gesundheitsprämien stiegen, erhöhten sich die Personalzusatzkosten der Unternehmen nicht mehr automatisch – Voraussetzung wäre allerdings, dass die Beitragsbemessungsgrenze in der GKV nicht erhöht und Kompensationen über Lohntarifverhandlungen unterblieben. In diesem Modell bliebe die private Kran­ken­ver­siche­rung in ihrer Substitutivfunktion erhalten und würde in den Wettbewerb einbezogen werden. HC
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