ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/1996Puderbeschichtete Handschuhe aus der Klinik verbannen

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Puderbeschichtete Handschuhe aus der Klinik verbannen

Vetter, Christine

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LNSLNS Von puderbeschichteten Handschuhen können offensichtlich Gefahren für die Patienten und für die behandelnden Ärzte und Krankenschwestern ausgehen. So drohen durch verschleppte kleinste Puderpartikel bei Operationen Vernarbungen und Adhäsionen, die nicht selten Nachfolgeoperationen notwendig machen. Die Puderpartikel können Keime binden, welche mit eingebracht werden, wenn Puderteilchen in die Wunde gelangen. Das erklärt, warum die Infektionsrate höher ist, wenn bei Operationen puderbeschichtete statt puderfreie Handschuhe getragen werden, wie bei einem Symposium der Regent Hospital Products in London deutlich wurde.
Unter den Angehörigen der Heilberufe wird seit Jahren eine Zunahme der Latexallergie beobachtet. Sie ist nach Angaben von Prof. Klaus Jungjohann (Ludwigsburg) auf die aus hygienischen Gründen stärkere Verbreitung der Handschuhe zurückzuführen. Denn auch Latexpartikel können an den Puderstaub gebunden werden. Beim Ausziehen der Handschuhe gelangen sie in die Umgebungsluft, und die Allergene werden nicht nur per direktem Hautkontakt wirksam, sondern sie werden sogar inhaliert. "Die Gefahr bleibt somit bestehen, wenn zwar der Chirurg mit puderfreien Handschuhen arbeitet, doch der Anästhesist weiterhin die gebräuchlichen puderbeschichteten Handschuhe trägt", monierte Jungjohann.
Puderbeschichtete Handschuhe sollten nach seiner Meinung, und diese fand in London allgemeine Zustimmung, völlig aus dem medizinischen Alltag verbannt und durch puderfreie Handschuhe ersetzt werden. Zwar sind diese etwas teurer, doch lohnt sich nach Angaben des Chirurgen die Anschaffung auf lange Sicht.
Christine Vetter
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