ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2005Forschungsförderung: Auf Eis gelegt

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Forschungsförderung: Auf Eis gelegt

Dtsch Arztebl 2005; 102(6): A-313 / B-261 / C-245

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Künftige Juniorprofessoren werden vorerst nicht mehr finanziell vom Bund unterstützt. Das entsprechende Vorgriff-Förderprogramm, nach dem bislang neue Stellen für Juniorprofessorinnen und -professoren mit bis zu 60 000 Euro ausgestattet wurden, lief zum 31. Dezember 2004 aus. Darüber, ob und in welchem Umfang Bun­des­for­schungs­minis­terin Edelgard Bulmahn (SPD) ihr Vorzeigeprojekt fortführen wird, kann derzeit nur spekuliert werden.
Einer Fortsetzung müssten Bund und Länder erst im Rahmen eines Bund-Länder-Kommissions-Verfahrens zustimmen, sagte ein Sprecher des Bun­des­for­schungs­minis­teriums gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Das Ministerium sei auf jeden Fall daran interessiert und wolle den Ländern in den nächsten Monaten ein Angebot für eine Anschlussförderung unterbreiten. Starten soll das neue Programm im Sommer – vorausgesetzt, die Länder einigen sich mit dem Bund. Bis dahin werden die 620 bereits berufenen Nachwuchswissenschaftler zwar weiter gefördert, geplante neue Stellen für Juniorprofessoren werden indes eingefroren. „Eine weitere Vorgriff- Förderung, bei der man auf die Zustimmung der Länder verzichten könnte, kommt nicht in Betracht“, erklärte Bulmahns Sprecher.
Auf einen Konsens zwischen Bund und Ländern darf man jedoch angesichts der hitzig geführten Föderalismusdebatte wohl nicht vertrauen. Damit könnte sich auch die Juniorprofessur, die erst vor wenigen Wochen durch die Novelle des Hochschuldienstrechts wieder eine sichere Rechtsgrundlage erhalten hat, demnächst in die Liste der auf Eis gelegten Forschungförderungs-Projekte einreihen. Teilen würde sie ihr Schicksal mit der Exzellenzinitiative, die eine Förderung von Eliteuniversitäten vorgesehen hatte, und dem „Pakt für Forschung und Innovation“, durch den die großen Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen mit einer jährlichen Erhöhung der Fördermittel um drei Prozent Planungssicherheit bekommen hätten. Die Entscheidungen über beide Projekte vertagten die Regierungschefs der Länder im Dezember auf unbestimmte Zeit – für Hochschulen und Forscher eine unhaltbare Situation. Wenn Deutschland in der Forschung international nicht ins Abseits geraten will, kann es sich nicht länger leisten, Projekte an politischen Querelen scheitern zu lassen.
Dr. med. Eva A. Richter-Kuhlmann
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