ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2005Krankenhäuser: Leistungsverdichtung

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Krankenhäuser: Leistungsverdichtung

Dtsch Arztebl 2005; 102(12): A-789

Clade, Harald

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LNSLNS Bei den 2 189 Akut-Krankenhäusern hat in den letzten Jahren die Leistungsverdichtung weiter zugenommen. Ebenso wurden immer mehr Betten abgebaut, stillgelegt oder für einen anderen sozialen Zweck „umgewidmet“. Die jüngste amtliche Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes für 2003 belegt das enorme Leistungspotenzial der Krankenhäuser und den erhöhten „Patientendurchsatz in der letzten Interventionsstufe“ der Kette in der gestuften Krankenversorgung: Die Akut-Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 17,3 Millionen Patienten mit weit mehr als einer Million Mitarbeiter. Bei einem Gesamtjahresumsatz in Höhe von 63,8 Milliarden Euro – allein 45 Milliarden Euro gehen zulasten der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung – ist das „Unternehmen Krankenhaus“ trotz zunehmender finanzieller Schwierigkeiten ein unverzichtbarer Gesundheitsdienstleister.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. wertet die jetzt auf durchschnittlich 8,9 Tage gesunkene Verweildauer (minus 3,3 Prozent gegenüber 2002) als einen Beweis für den Produktivitätsfortschritt in diesem Sektor, für die Innovationskraft und die fast ausgeschöpften Rationalisierungsreserven im Kliniksektor. Es ist ein Beleg dafür, dass trotz begrenzter Ressourcen und knapper Budgets eine hochwertige und effektive Arbeit geleistet wird. In der Tat: 1993 betrug die mittlere Liegezeit in Akut-Krankenhäusern noch 13,3 Tage. Dies bedeutet eine Abnahme der Verweildauer innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten ständig erhöht worden. Die Zahl der Klinikärzte hat den Rekordstand von 146 357 (2004) erreicht. Die Zahl der Klinikbetten ist im Jahr 2003 auf rund 542 000 (2002: 547 287) gesunken – gegenüber 1993 (628 658) ein Minus von 13,8 Prozent. Entsprechend ging die Zahl der Häuser ständig zurück, im Jahr 2003 um 1,4 Prozent auf 2 189. Die Struktur hat sich leicht zugunsten der privaten verschoben: Es gab 712 öffentliche, 758 gemeinnützige und 428 private Krankenhäuser (2003).
Der Druck auf die Krankenhäuser wird enorm steigen, weil ab Beginn dieses Jahres die Wucht des neuen diagnosebasierten Fallpauschalensystems die Wirtschaftlichkeit der Kliniken stark beeinflusst. Hinzu kommt eine nur magere Budgetdeckelsteigerung: exakt 0,38 Prozent mehr Budgetvolumen gegenüber dem Geschäftsjahr 2004! Dr. rer. pol. Harald Clade
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