ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1997Mitteilungen: Honorarvereinbarung mit den Rentenversicherungsträgern

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Honorarvereinbarung mit den Rentenversicherungsträgern

BÄK

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LNSLNS Die im Deutschen Ärzteblatt (Heft 20/1996 vom 17. Mai) wiedergegebene Vereinbarung über die Vergütung ärztlicher Leistungen bei der medizinischen Begutachtung und von Befundberichten für die gesetzliche Rentenversicherung vom 1. April 1996 ist bis zum 31. März 1997 verlängert worden. Damit gelten nicht nur die dort angegebenen Pauschalvergütungen für Befundberichte, Gutachten, Befundungsgebühren und Schreibgebühren weiter, es sind auch ärztliche Sonderleistungen nach § 2 der Honorarvereinbarung weiterhin mit der alten GOÄ abzurechnen.
Eine neue Honorarvereinbarung konnte zum 1. Januar 1997 nicht abgeschlossen werden. Grund: Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) will zwar – wie die Bundes­ärzte­kammer – die Honorarvereinbarung auf die neue Amtliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) umstellen, kann bisher jedoch nicht die damit erforderliche Umschichtung bei den Honoraren nachvollziehen. In der neuen GOÄ sind Sonderleistungen im Sinne der Honorarvereinbarung (zum Beispiel Sonographie, Labor, Röntgen) gegenüber der GOÄ von 1988 erheblich abgewertet worden; das freiwerdende Honorarvolumen wurde insbesondere bei den Grundleistungen der GOÄ zur Aufwertung genutzt. So wurde zum Beispiel die "schriftliche gutachtliche Äußerung" (Nr. 20 bzw. Nr. 80 neue GOÄ) von 12,10 DM auf 34,20 DM aufgewertet, das ausführliche schriftliche Gutachten (Nr. 22 bzw. Nr. 85) von 88 DM gesamt auf 57 DM je angefangene Stunde Arbeitszeit. Die meisten Gutachten für Rentenversicherungsträger entsprechen einem Gutachten nach Nr. 85 GOÄ, ergäben somit ein Honorar von 114 DM und höher statt 88 DM.
Mit einer einfachen Umstellung der Honorarvereinbarung auf die neue GOÄ würde durch das Abwerten der Sonderleistungen für die Ärzteschaft eine erhebliche Honorareinbuße gegenüber 1996 resultieren. Die Bundes­ärzte­kammer hält deshalb für den Abschluß einer neuen Honorarvereinbarung für unverzichtbar, daß die in der GOÄ erfolgte Höherbewertung der Gutachtenleistungen in der Honorarvereinbarung entsprechend berücksichtigt wird. Ob es bis zum 31. März 1997 möglich ist, eine neue Honorarvereinbarung abzuschließen, ist fraglich. Ende März/Anfang April 1997 wird die Bundes­ärzte­kammer im Deutschen Ärzteblatt über den bis dahin möglichen Abschluß einer neuen Honorarvereinbarung berichten oder, falls diese nicht zustande kommt, einen Beitrag darüber veröffentlichen, wie dann ärztliche Leistungen für Rentenversicherungsträger berechnet werden. BÄK
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