ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2005IGeLn: Ein längst überfälliges Thema
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LNSLNS Dank für den längst überfälligen Artikel und den Plan des Bundes­ärzte­kammerpräsidenten, auf dem 108. Deutschen Ärztetag im Mai eine Handlungsanweisung für die Erbringung von IGeL vorzulegen. Sie zitieren Prof. Hoppe „. . . Ärzte dürfen nicht als Kaufleute empfunden werden . . .,dass das Vertrauen der Patienten zum Arzt erhalten bleibt“. Meiner Meinung nach sind wir bereits zu weit gegangen und müssen das durch „Abzockerei“ geschwundene Ansehen des Arztberufs wiedergewinnen. Mir sind einige Fälle durch Patienten bekannt, wo ich beginne, mich für meine Kollegen zu schämen, und ich bin auch wütend über unseren Sittenverfall. Dass das Aufdrängen von IGeL der Berufsordnung widerspricht, ist keine Frage. Für mich widerspricht bereits das offensive Angebot von IGeL – schriftlich in den Praxisräumen oder von Arzthelferin/Arzt vorgetragen – der Berufsordnung, nach der wir kein Gewerbe ausüben. Ein offensives Angebot verunsichert den Patienten, er muss befürchten, ohne IGeL eine schlechtere Leistung zu bekommen. Verunsicherung jedoch leistet Krankheit Vorschub. Wenn der Patient diskret und ohne werbenden Charakter informiert ist und von sich aus eine individuelle Gesundheitsleistung haben will, beispielsweise einen HIV-Test, oder seine Blutgruppe wissen will, na bitte. Sie führen die Diskrepanz zwischen Fortschritt der Medizin und Bezahlbarkeit an. Prof. Rosenbrock, Wissenschaftszentrum Berlin, stellte vor Jahren in einer öffentlichen Veranstaltung mir der ehemaligen Ge­sund­heits­mi­nis­terin Fischer dar, man könnte das gesamte Bruttosozialprodukt für das Gesundheitswesen und den Fortschritt verbrauchen. Die politische Vorgabe nach Bezahlbarkeit lässt sich nach dem gesunden Menschenverstand gar nicht kritisieren, hierin sind sich auch die großen Parteien einig. Die Kosten im Gesundheitswesen laufen aus meiner Sicht eher davon, weil es ärztlicherseits daran mangelt, Patienten ausreichend und mit guter Compliance zu einer Umstellung des Lebensstils zu motivieren – Rauchstopp, Gewichtsreduktion, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Strategien der Konfliktbewältigung . . .
Wilhelm Breitenbürger, Schlesische Straße 32, 10997 Berlin-Kreuzberg
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