ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2005Ultraschall-Elastographie

VARIA: Computer

Ultraschall-Elastographie

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Echtzeitelastographie zur Prostatakrebsdiagnose: Konventionelles B-Mode-Ultraschallbild und Echtzeit-Elastogramm im Multimode-Betrieb eines digitalen Ultraschallgeräts. Foto: LP-IT GmbH
Echtzeitelastographie zur Prostatakrebsdiagnose: Konventionelles B-Mode-Ultraschallbild und Echtzeit-Elastogramm im Multimode-Betrieb eines digitalen Ultraschallgeräts. Foto: LP-IT GmbH
Ein neues Verfahren, um den Ultraschall zu beschleunigen und treffsicher zu machen, hat das Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr (KMR) an der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Ermert entwickelt. Mit der so genannten Echtzeit-Elastographie lassen sich gesundes und tumorartiges Gewebe zielgenau unterscheiden. Damit können Ärzte zum Beispiel Prostatakrebs frühzeitig erkennen: Die Methode ist sicherer als bisherige Diagnoseverfahren, wie der digitale Tastbefund oder die PSA-Wert-Analyse. Die Elastographie ist zwar seit 1991 bekannt, sie konnte jedoch bislang nicht sinnvoll zur Diagnose eingesetzt werden. Das KMR hat eine neue Technik entwickelt, mit der die Elastographie in Echtzeit bis zu 30 Bilder pro Sekunde liefert. Erst dadurch lässt sich das Prostatakarzinom sicher erkennen. Die Treffsicherheit erhöht sich, wenn Ärzte die Elastographie mit der „Sono-Histologie“ kombinieren, die das KMR ebenfalls entwickelt hat. Mit Letzterer lassen sich aus den Rohdaten weitere Informationen gewinnen, die mit bloßem Auge im herkömmlichen Ultraschall nicht sichtbar sind. Diese Informationen dienen dazu, das Gewebe zu charakterisieren.
Die Verfahren bilden die elastischen Eigenschaften von Gewebe ab: Tumoren bestehen aus festerem Gewebe als gesunde Bereiche. Die Echtzeit-Elastographie berechnet kleine Verschiebungen in aufeinander folgenden Ultraschallaufnahmen, die unter verschiedenen Gewebekompressionen aufgenommen werden. Harte Gewebebereiche verformen sich unter Kompression nicht so stark wie weiche. Am „Elastogramm“ lassen sich diese Unterschiede ablesen und Veränderungen, wie Tumoren, frühzeitig erkennen. Das Verfahren wurde als eines von zehn Leitprojekten in den „Masterplan Gesundheitswirtschaft NRW 2.0“ aufgenommen (siehe
www.ge sundheitswirtschaft.nrw.de).
Das KMR arbeitet fachübergreifend mit klinischen und industriellen Partnern an Verfahren und technischen Konzepten der diagnostischen Bildgebung in der Medizin. Schwerpunkt ist die „bildbasierte Gewebediagnostik“ mit Ultraschall und anderen nichtionisierenden Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen auskommen. EB

Informationen: Prof. Dr. Helmut Ermert, Institut für Hochfrequenztechnik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum, Telefon: 02 34/3 22 28 42, E-Mail: helmut.ermert@rub.de, Internet: www.kmr-bochum.de.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote