ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2005Ärztinnen sind in der Chirurgie noch immer in der Minderzahl

MEDIZINREPORT

Ärztinnen sind in der Chirurgie noch immer in der Minderzahl

Dtsch Arztebl 2005; 102(16): A-1102 / B-928 / C-875

Merten, Martina

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LNSLNS Neu ist das Thema Ärztinnenmangel in der Chirurgie nicht. Vor dem Hintergrund des Gutachtens über Gründe zum Ausstieg aus der kurativen ärztlichen Berufstätigkeit in Deutschland, das vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium in Auftrag gegeben wurde (siehe DÄ, Heft 12/2005), ist dies aktueller denn je, befand Dr. med. Astrid Bühren während des 122. Chirurgenkongresses in München. So wurde die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Murnau auch in diesem Jahr nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Frauenanteil im Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. mit 14 Prozent noch immer sehr gering sei. Zudem seien nach wie vor zu wenig Chirurginnen in leitenden Positionen vertreten.
Sie forderte zu einer familienfreundlicheren Politik und familienfreundlicheren Gestaltung der ärztlichen Weiterbildung auf. Eine gesetzliche Regelung zur gleichberechtigten Einstellung von Frauen sei ebenso sinnvoll wie das Anbieten von Teilzeitmodellen während der Weiterbildung, eine flexiblere Handhabung des Mutterschutzes oder eine Regelung, die Chirurginnen ambulantes Operieren ermöglicht. Zugleich appellierte Bühren an mehr Flexibilität seitens der Klinikleitungen: „Hier ist auf jeden Fall ein Umdenken erforderlich.“
Ein gutes Beispiel für eine familienfreundliche Arbeitsplatzgestaltung sei die Abteilung für Chirurgie am Vinzentius-Krankenhaus Landau: Mit 40 Prozent Chirurginnen liegt der Frauenanteil auf der Abteilung vergleichsweise hoch. Für Dr. med. Klaus-M. Werthmann, der sich als Chefarzt der Abteilung seit Jahren für die Beschäftigung von Ärztinnen einsetzt, brachte diese Personalpolitik überwiegend Vorteile: „Frauen können sich besser untereinander organisieren, das kenne ich von den Männern nicht.“ Voraussetzung sei jedoch die Kompromissbereitschaft seitens des Kollegiums, um die Schwangerschaftsvertretung, Notdienste oder Teilzeitarbeit zu regeln. Martina Merten

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