ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2005ADHS: Methylphenidat mit Retardgalenik erleichtert Kindern den Tagesablauf

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ADHS: Methylphenidat mit Retardgalenik erleichtert Kindern den Tagesablauf

EB

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LNSLNS Die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit Methylphenidat gilt – eingebunden in ein multimodales Konzept – als gesicherte empirische Therapie. Die neue galenische Zubereitung des Wirkstoffs als Retardpräparat (Medikinet® retard, Medice) deckt mit einer Wirkdauer von circa acht Stunden die Schul- und Hausaufgabenzeit der Kinder zuverlässig ab und mindert das Risiko unerwünschter Wirkungen, wie beispielsweise Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen am Abend.
Eine Therapie mit Methylphenidat sollte individuell auf die tagesaktuellen Bedürfnisse des Kindes angepasst werden. Der Dosisfindung im Rahmen einer sorgfältigen Titrierung kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Behandlung erfolgt nach Diagnosestellung anfangs mit der schnell freisetzenden Darreichungsform 5 mg beziehungsweise 10 mg in einer Dosis von 5 bis 10 mg pro Tag, die am Morgen eingenommen wird. Anschließend kann die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um 10 mg erhöht werden, wobei eine maximale Tagesdosis von 60 mg nicht überschritten werden sollte.
Das Präparat wird in Dosierungen von 10 mg und 20 mg Methylphenidat angeboten. Bei Umstellung auf Medikinet retard kann die mit schnell freisetzendem Methylphenidat ermittelte Tagesdosis beibehalten werden. Da es einen Anteil von 50 Prozent schnell frei setzendem Methylphenidat enthält, tritt die Wirkung schnell und ausreichend stark nach der Einnahme ein.
Kinder mit ADHS profitieren von einem strukturierten Tagesablauf, wozu regelmäßige Mahlzeiten gehören. Um die Verteilung des Wirkstoffs im Körper zu gewährleisten, sollte das Kind Medikinet retard nicht auf nüchternen Magen einnehmen. Entscheidend ist dabei nicht der Fettgehalt der Nahrung, sondern dass es sich um feste Nahrung handelt (Müsli, Brot). Sollte das Kind versehentlich auf eine Kapsel beißen, bleibt die Retardierung, so die Ergebnisse einer pharmakokinetischen Analyse, erhalten. EB
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