ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2005Penicillintherapie trotz Penicillinallergie? Offene Fragen
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LNSLNS Dem Artikel kann ich nur zustimmen, jedoch stellen sich hier einige Fragen.
In unserer Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie werden sehr häufig Antibiotika verschrieben, weil ein großer Teil der Patienten aufgrund erheblicher Infektionen im dentogenen Bereich Notfallbehandlungen benötigt. Einige Patienten beantworten die Frage nach einer Penicillinallergie positiv. Bei genauem Erfragen der Allergiesymptome nennen die Patienten jedoch Beschwerden, die große Zweifel an einer Penicillinallergie aufkommen lassen. Unter anderem werden Symptome angeführt wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck oder Gelenkschmerzen und Ähnliches. Da die-
se Beschwerden jedoch im Allgemeinen einer Penicillinallergie widersprechen, stellt sich die Frage, was zu tun ist, wenn man bei der Behandlung mit einem Antibiotikum nicht warten kann. Ignoriert man die Antworten des Patienten und verschreibt dennoch ein Penicillin, muss man im Falle einer doch auftretenden Allergie (auch wenn es sich um ein erstmaliges Auftreten handelt) mit Vorwürfen des Patienten und gegebenenfalls sogar mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Für eine Allergietestung ist aufgrund des akuten Krankheitsbildes oftmals keine Zeit. Also bleibt nichts anderes übrig, als ein Ausweichantibiotikum zu verschreiben. Dieses Vorgehen zeigt nun einmal die Realität in der Praxis.

Dr. med. Dr. med. dent. Jörg-Reiner Jungblut
Kaiserdamm 13
14057 Berlin

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