ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2005Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Stresserfahrungen

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Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Stresserfahrungen

PP 4, Ausgabe Mai 2005, Seite 194

Egle, Ulrich Tiber; Hoffmann, Sven Olaf; Joraschky, Peter

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Traumatherapie
Vielseitiges Handbuch
Ulrich Tiber Egle, Sven Olaf Hoffmann, Peter Joraschky (Hrsg.): Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Stresserfahrungen. 3., vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage, Schattauer GmbH, Stuttgart, New York, 2005, XVI, 800 Seiten, 50 Abbildungen, 81 Tabellen, gebunden, 79 €
Sexueller Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern und ihre Folgen im Erwachsenenalter sind Themen, die sich zwischen Überschätzung und Bagatellisierung bewegen und Unsicherheit auslösen. Dem will dieses Handbuch begegnen, an dem 62 Autoren und drei Herausgeber mitgearbeitet haben. Zentraler Kern sind die Folgen früher Traumatisierung im Säuglings-, Kinder- und Jugendalter sowie ihre Erkennung, Behandlung und Prävention.
Es werden die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse dargestellt, wonach es durch frühe Stresserfahrung über „überfordernde Umweltbedingungen“ zu biologischen Narben kommen kann, welche die Vulnerabilität für viele psychische und psychosomatische Erkrankungen erhöhen.
Empfehlungen für das diagnostische Vorgehen bei Verdacht auf Misshandlungen und Missbrauch und mögliche Fehlerquellen werden aufgezeigt. Ein Kapitel widmet sich den Krankheitsbildern, die als Folgeerscheinungen auftreten können: psychische und psychosomatische Erkrankungen, Angsterkrankungen, depressive Störungen und Suizidalität, Pelipathien, sexuelle Störungen und Verhaltensauffälligkeiten, Suchterkrankungen, Essstörungen, dissoziative Störungen und anderes. Mancher Leser wird überrascht sein, in diesem Zusammenhang auch ein Kapitel über Fibromyalgie zu finden.
Die Therapie ist je nach Persönlichkeitsstruktur und Art der Traumatisierung einzeln oder in Gruppen sinnvoll. Es wird auf die klassischen psychodynamischen Verfahren eingegangen, aber auch auf familientherapeutische Ansätze und auf Entwicklungen der speziellen Traumatherapie. Ein Kapitel widmet sich der EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
Drei Autoren beschreiben Programme zur Prävention und zu ihrer Wirksamkeit. Die Begutachtung von Opfern und Tätern einschließlich der Einschätzung ihrer Glaubwürdigkeit wird ebenfalls ausreichend dargestellt. Jedem der 47 Kapitel ist eine ausführliche Gliederung vorangestellt. Ärzte und Psychologen, Sozialarbeiter, Lehrer und Erzieher, aber auch politisch Verantwortliche können von diesem vielseitigen und übersichtlich gestalteten Handbuch profitieren.
Ingrid Barley
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