ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1997Bei der Chefvisite und Klinikbesprechung abgelauscht

VARIA: Post scriptum

Bei der Chefvisite und Klinikbesprechung abgelauscht

Mesewinkel, W.

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LNSLNS Chef: "Wissen Sie, wer ich bin?"
Patientin: " Ja, Sie sind der Vorgesetzte hier in dieser Schule."
Dr. V.: "Ziehen Sie mal bitte den Oberkörper aus!"
Dr. Rp.: "Der Patient ist heute ruhig wie verrückt."
Dr. A.: "Differentialdiagnostisch kommen Colon, Magen, Niere, Pankreas oder ein anderes Organ in Frage."
Dr. Ru.: "Hätten wir die Blutsenkung nicht kontrolliert, wäre sie auch nicht angestiegen."
Chef: "Also – daß Sie umfallen und bewußtlos werden, hängt nicht mit Ihrem Herzen zusammen. Sie können sich beruhigen – es liegt nur an Ihrem Gehirn."
Ein Patient: "Der Arzt hat keinen Einlaß in meine Vene gefunden."
Dr. Ru.: "Herr Chefarzt, an Ihrer Patientin habe ich mir venenmäßig jetzt eine dreiviertel Stunde die Zähne ausgebissen."
Dr. K.: "Die Patientin hat nichts anderes im Kopf als ihren Stuhlgang."
Chef: "Wollen wir uns schnell mal konzentrieren und uns durch die Toten kämpfen." (Epikrisen von Verstorbenen)
Eine Patientin: "Und dann habe ich Herzbeschwerden und ein Magenleiden, und dann habe ich auch noch an meinen Hämorrhoiden zu kauen."
Chef: "Es ist besser, von vorne zu sprechen als von hinten."
Dr. V.: "Frau F. ist gestern gestorben, und da haben wir in das Bett eine Patientin gekriegt, der es noch schlechter geht."
Dr. R.: Im Verlegungsbericht: "Am 24. 6. 87 erlegten wir ihn."
Dr. V.: In der Anamnese: "Unterarm fehlt seit Geburt beziehungsweise schon vorher."
Dr. Ru.: "Die Patientin hat so vermickerte, kleene, subfibrile Temperatürchen."
Dr. V.: "In meinem Untergestell habe ich ein paar Löcher" (gemeint war das Auto).
Chef: "Der Patient hat einen Schrittmus" (gemeint war der Schrittmacherrhythmus).
Dr. V.: "Ich war zur Obduktion von Patient R. Bei ihm muß der Infarkt schon vor dem Tode eingetreten sein."
Dr. K.: "Die Patientin hat Brechdurchfall. Ist aber schwerhörig und hat es nicht bemerkt."
Dr. V.: "Ich schätzte den Jungen so auf eineinhalb Jahre, er war aber ein Jahr und sechs Monate alt."
Dr. V.: "Hier wollen wir alles dem Selbstlauf überlassen. Man muß auch mal einen gehen lassen."
Dr. W. Mesewinkel
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