ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2005Drogenbericht 2005: Rauchen zunehmend „uncool“

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Drogenbericht 2005: Rauchen zunehmend „uncool“

Dtsch Arztebl 2005; 102(21): A-1480 / B-1244 / C-1172

Bühring, Petra

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Alarmsignal:Von den Zwölfbis 15-Jährigen haben sieben Prozent Cannabis probiert. Foto: KEYSTONE
Alarmsignal:Von den Zwölfbis 15-Jährigen haben sieben Prozent Cannabis probiert. Foto: KEYSTONE
Alkopopsteuer zeigt Wirkung – Cannabiskonsum steigt

Die Raucherquote bei Jugendlichen ist zurückgegangen. Sie sank bei den zwölf- bis 17-Jährigen von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 20 Prozent im Jahr 2005. Dies belegt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die im Drogen- und Suchtbericht 2005 der Bundesregierierung zitiert wird. „Rauchen wird zunehmend uncool bei Jugendlichen“, betonte Marion Caspers-Merk, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. Sie wertet dies als Erfolg der speziell für Jugendliche entwickelten Nichtraucher-Kampagne und der Initiative für rauchfreie Schulen, die die Regierung angestoßen hat. Auch die Tabaksteuererhöhung sei aus gesundheitspolitischer Sicht „ein klarer Erfolg“: Anlässlich der ersten der drei Stufen der Erhöhung zum 1. März 2004 gaben 7,9 Prozent der befragten Raucher an, aufgehört zu haben. Bei der zweiten Stufe zum 1. Dezember waren es 7,5 Prozent.
Auch die Sondersteuer auf Alkopops im August 2004 hatte Einfluss auf den Rückgang des Konsums bei Minderjährigen: Während vor August noch 28 Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat spirituosenhaltige Alkopops konsumiert haben, sind es inzwischen nur noch 16 Prozent. Ein Drittel der Jugendlichen, die vorher schon einmal Alkopops gekauft haben, kaufen jetzt keine mehr. Die Jugendlichen nennen als Hauptgrund die Preiserhöhung.
Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Sie liegt mit 1 385 Todesfällen auf dem niedrigsten Stand seit 1989, der Trend ist seit dem Jahr 2000 rückläufig.
Als „Alarmsignal“ bezeichnete Caspers-Merk hingegen den steigenden Konsum von Cannabis bei Jugendlichen – ein Trend, der sich überall in Europa findet. In der Altersguppe der Zwölf- bis 15-Jährigen haben bereits sieben Prozent der Jugendlichen in Deutschland Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis. Unter den 18- bis 25-Jährigen hat jeder fünfte im letzten Jahr Cannabis konsumiert. Die Anzahl derjenigen, die eine Beratungsstelle wegen ihres Cannabiskonsums aufsuchen, ist deutlich gestiegen.
Auch die synthetischen Drogen Ecstasy und Amphetamine sind weiter auf dem Vormarsch. Dies zeigt sich in der deutlichen Zunahme bei den Sicherstellungsmengen und den polizeilich registrierten erstauffälligen Konsumenten. Diesen internationalen Trend umzukehren sei nicht allein Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, erklärte Caspers-Merk. Es bedürfe vor allem eines gesellschaftlichen Wertewandels.
Der ausführliche Drogenbericht kann unter www.dro genbeauftragte.de im Internet abgerufen werden. PB
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