VARIA: Post scriptum

Anarchische APO-Bank

Dtsch Arztebl 2005; 102(21): [72]

Pfleger, Helmut

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Immer wenn ich auf einem Überweisungsformular „APO-Bank“ als absendende Bank eintrage, weht mich ein leichter Ruch von Anarchie an, schließlich lässt uns Ältere „APO“ auch an Außerparlamentarische Opposition und die „68er“-Jahre denken. Dabei könnte die „Deutsche Apotheker- und Ärztebank“ in ihrer grundsätzlichen Hinneigung zum Konservativen und Soliden kaum weiter von den Inhalten der Namensvetterin entfernt sein.
Diese Antinomie in ein und demselben Kürzel weckt also – und vielleicht nicht nur bei mir – tiefere, unbewusste Schichten, in denen das Ineinanderfließen der Gegensätze einen geheimen Reiz entfaltet. Kommt dann noch zum alljährlichen Deutschen Ärzteschachturnier Direktor Hermes von besagter Bank, so nimmt er, unwillkürlich und doch unweigerlich, neben seiner unzweifelhaften Kompetenz als Bankier auch Züge des Gottes der Kaufleute und des Götterboten an, in diesem Fall der Schachgöttin Caissa, wenn er sein Füllhorn über manche ihrer Lieblinge, sprich die ersten Fünf, etwas kräftiger ausschüttet, aber dabei doch das Wohl der Übrigen nicht aus den Augen verliert.
Die Schach spielenden Ärzte wissen ihm beziehungsweise der APO-Bank jedenfalls Dank und hoffen, ähnlich wie aufs Christkind, auf seine alljährliche Wiederkehr, um auch von dieser Seite die hervorragende Organisationsarbeit des ausrichtenden Deutschen Ärzteblattes zu unterstützen und zu gewährleisten.
Es ist sicher kein Zufall, dass die Juristen trotz vieler Schachspieler in ihren Reihen bei der Durchführung einer Deutschen Juristenmeisterschaft gescheitert sind, während die Ärzte mittlerweile schon auf 13 erfolgreiche Jahre zurückblicken können.
Einer der Götterlieblinge – „natürlich jung“, würde mein Freund Dr. med. Timm Ludwig sagen – in diesem Jahr war Dr. med. Giampiero Adocchio, der Zweiter unter mehr als 150 Ärzten wurde.
Hier fand Dr. Adocchio als Weißer am Zug in ohnehin erfolgsträchtiger Stellung gegen Dr. med. Stefan Müschenich eine hübsche und doch kräftige Kombination, die letztlich der schwarzen Dame das Leben kostete. Wie kam’s?

Lösung:
Nach dem Turmopfer 1. Txf6! drohten gewaltig die Abzugsschachs 2. Txf8++ mit Matt und 2. Txh6+. Schwarz musste also diesen Rammbock mit 1. . . . Txf6 entfernen, damit aber auch seinen Turm in die Fesselung des Läufers d4 bringen, sodass nun die Springergabel 2. Sf7+! die schwarze Dame eroberte. Schwarz gab deshalb auf.
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